Felsenstadt Petra Jordanien

Petra in Jordanien: Tipps für deinen Besuch der legendären Felsenstadt

Die antike Felsenstadt Petra, die in Wadi Musa im Südwesten von Jordanien liegt, ist zweifellos eine der bekanntesten und beeindruckendsten Sehenswürdigkeiten des Nahen Ostens und darf auf keiner Rundreise durch Jordanien fehlen. Sie gilt als unangefochtene Top-Attraktion des Landes und ist Jordaniens ganzer Stolz. Bereits seit 1985 gehört Petra zum UNESCO-Weltkulturerbe, seit 2007 ist die Felsenstadt offiziell eines der sieben neuen Weltwunder. Dank ihrer vollständig aus dem roten Sandsteinfels herausgeschlagenen Baudenkmäler ist sie weltweit einzigartig. Petra wurde bereits in vielen Filmen als Kulisse genutzt, der bekannteste davon ist Indiana Jones, dessen Schlussszene in der Schlucht Siq sowie vor dem Schatzhaus Khazne al-Firaun spielt.

Die Stadt wurde vermutlich erstmals vor ca. 11.000 Jahren besiedelt und erlebte ihre Blütezeit während des Nabatäerreiches, etwa vom 5. Jahrhundert v. Chr. bis zum 3. Jahrhundert n. Chr. In der Antike war Petra aufgrund der strategisch günstigen Lage an einer der wichtigsten Handelsrouten Arabiens zu einer pulsierenden Metropole herangewachsen, wurde jedoch allmählich von Gerasa im Norden Jordaniens abgelöst. Im 7. Jahrhundert verließen schließlich die letzten Einwohner die Stadt, und sie geriet mehr als 1000 Jahre lang in Vergessenheit. Erst im Jahr 1812 wurde sie von dem Schweizer Forschungsreisenden Johannes Burckhardt wiederentdeckt. Er hatte von einer vergessenen Wüstenstadt gehört und konnte nur mit viel Geschick und einer guten Verkleidung zu ihr vordringen – dass Petra also überhaupt entdeckt wurde, ist im Grunde großes Glück.

Die archäologischen Ausgrabungen dauern bis heute an, man geht davon aus, dass bisher erst ca. 20% der antiken Stadt freigelegt wurden. Was du in Petra alles entdecken kannst und was du bei deinem Besuch beachten solltest, verrate ich dir jetzt.

Felsenstadt Petra: Kurzinfo & Wissenswertes

First things first: Für die meisten Jordanien-Urlauber ist Petra das unangefochtene Highlight ihrer Reise. Damit du möglichst gut vorbereitet bist und auch mit wenig Zeit vor Ort viel sehen kannst, darunter vielleicht auch den einen oder anderen Geheimtipp, erfährst du jetzt die wichtigsten Tipps & Infos in Kürze.

Anreise, Öffnungszeiten & Tickets

Petra liegt im Südwesten von Jordanien in einem Talkessel der umliegenden Berg- und Wüstenlandschaft des Wadi Musa. Von Jordaniens Hauptstadt Amman ist die legendäre Felsenstadt ca. 3-4 Stunden Fahrt entfernt (ca. 240 Kilometer einfache Strecke), Aqaba ganz im Süden des Landes ist mit ca. 2-3 Stunden Fahrtzeit (ca. 125 Kilometer) etwas näher. Grundsätzlich kannst du Petra im Rahmen deiner Jordanien Rundreise entweder auf eigene Faust mit dem Mietwagen ansteuern oder dich einer organisierten Tour anschließen.

Welche Variante für dich die bessere ist, kommt auf deine Planung an. Möchtest du z.B. nicht selbst mit dem Mietwagen durch Jordanien fahren oder hast du nur wenig Zeit und willst eigentlich nur Petra sehen, dann lohnt sich eine geführte Tour. Diese werden mit unterschiedlicher Dauer und unterschiedlichen Ausgangsorten angeboten, meist aus der Hauptstadt Amman. Aber sogar aus den Nachbarländern Israel oder Ägypten gibt es Ein- und Mehrtagestouren. Diese Touren sind besonders empfehlenswert:

Tagestour nach Petra ab Amman*

2-Tagestour nach Petra, Wadi Rum & ans Tote Meer*

Tagestour ach Petra ab Aqaba*

Der Einfachheit halber ich dir nur Touren ab Amman bzw. Aqaba verlinkt. Kommst du aus Israel oder Ägypten nach Petra, findest du dafür natürlich auch Optionen.

Grundsätzlich ist das Autofahren in Jordanien kein Problem. Die Straßen sind in gutem Zustand, der Verkehr (außer in Amman) nicht zu wild und die Jordanier sind gediegene Fahrer 🙂

Meine Empfehlung: Versuche dir für Petra mehr als nur einen Tag Zeit zu nehmen. Die Felsenstadt ist riesig und die Distanzen sind viel größer als du denkst. Zwei Tage in Petra sind ideal. Du kannst auch problemlos alles alleine ohne Guide erkunden. Das hat den Vorteil, dass du dir an den einzelnen Highlights so viel Zeit nehmen kannst wie du willst und z.B. auch den einen oder anderen Trail abseits der Hauptroute gehen kannst.

Direkt zu meinen Hotel-Tipps für Petra

Das reguläre Tagesticket für Petra kostet 50 JD, für zwei Tage 55 JD und für drei Tage 60 JD. Du merkst schon, man versucht die Besucher durch diese Preisstruktur dazu zu ermutigen, länger in Petra zu bleiben. Hast du den Jordan Pass, ist der Eintritt für Petra bereits inkludiert.

Petra ist in den Sommermonaten täglich von 6 Uhr bis 18 Uhr geöffnet, in den Wintermonaten täglich von 6 Uhr bis 16/17 Uhr. Die Eintrittskarten kannst du direkt vor Ort am Visitor Center kaufen.

Zeitplanung & Distanzen

Wenn du Petra an einem Tag schaffen musst oder willst, solltest du so früh wie möglich morgens starten. Außerdem solltest du dich darauf vorbereiten, dass die Felsenstadt viel weitläufiger ist als du vielleicht vermutest. Du hast hier wirklich eine antike Metropole vor dir und Metropolen waren überraschenderweise wohl auch in der Antike irgendwie nicht kleiner als heutige Großstädte.

Diese Distanzen erwarten dich:

Visitor Center – Eingang Siq Ca. 1,5 km
Eingang Siq – Schatzhaus Ca. 1 km
Schatzhaus – Qasr al-Bint Ca. 2 km
Visitor Center – Qasr al-Bint (= einfache Gesamtstrecke Main Trail ohne Monastery) Ca. 5 km
Gesamtstrecke einfach inkl. Monastery Ca. 6,5 km

Selbst wenn du die Monastery am Ende auslässt und keine Abstecher auf Trails oder Anhöhen wie z.B. die Königswand machst, wirst du mind. 10 Kilometer gehen. Wenn du nicht gut zu Fuß bist, gibt es die Möglichkeit, Teile der Strecke kostenpflichtig durch Golfcaddys, Kamele oder Pferdekutschen zu ersetzen. Hier eine Übersicht:

  • Pferde: Nur vom Besucherzentrum bis zum Eingang des Siq
  • Pferdekutschen: Nur vom Besucherzentrum bis zum Schatzhaus
  • Golfcaddys: Nur vom Besucherzentrum bis zum Schatzhaus
  • Kamele: Nur innerhalb von Petra, d.h. zwischen Schatzhaus und Qasr al-Bint
  • Esel/Maultier: Nur für den Aufstieg zur Monastery

Bitte nutze die tierischen Transportmöglichkeiten nur, wenn du wirklich nicht anders kannst. Die Tiere werden leider auch in Petra und auch wenn es offizielle “Taxis” sind, meist nicht gut behandelt.

Felsenstadt Petra Jordanien Tipps

Die richtige Kleidung

Anhand der Distanzen dürfte klar sein: Bequemes, rutschfestes Schuhwerk ist Pflicht. Du bist den ganzen Tag auf staubigem Untergrund unterwegs und wirst auch ein wenig auf Felsen klettern. In den Sommermonaten wird es in Jordanien sehr heiß, bis zu 40 Grad sind normal. Gerade in Petra, das in einer Talsenke liegt, gibt es keinerlei Schatten und die Hitze staut sich. Denke deswegen unbedingt an eine Kopfbedeckung, wasserfesten Sonnenschutz und genügend zu trinken.

Beachte außerdem, dass Jordanien ein muslimisches Land ist. An touristischen Orten wie Petra ist man zwar an westliche Kleidung gewöhnt, dennoch solltest du nicht zu freizügig unterwegs sein. D.h. Knie auf jeden Fall bedeckt, kein Ausschnitt und ein Tuch für die Schultern schadet ebenfalls nicht (dient auch als Sonnenschutz).

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten & Baudenkmäler in Petra

Nachdem du jetzt die wichtigsten Tipps für deinen Besuch der jordanischen Felsenstadt kennst, verrate ich dir nun welche Highlights dich dort genau erwarten. Ich habe dir im Folgenden die wichtigsten Gebäude bzw. Sehenswürdigkeiten so aufgelistet, so wie sie entlang des Main Trails liegen.

Karte mit allen wichtigen Orten und Baudenkmälern in der Übersicht:

Djinn Blöcke & Obeliskengrab

Nachdem du das Visitor Center und die Pferdekutschenanbieter hinter dir gelassen hast und dich auf dem Hauptweg (Bab al Siq) zu Fuß Richtung Petra begibst, siehst du schon nach wenigen Hundert Metern zu deiner Rechten die ersten Überreste der antiken Felsenstadt. Die sog. Djinn Blöcke (Geisterblöcke; Djinn = Geister) sind aus Stein gemeißelte quadratische Blöcke, deren Funktion bis heute nicht genau bekannt ist, vermutlich waren es Gräber. Zu deiner Linken befinden sich die im 1. Jahrhundert v. Chr. von den Nabatäern errichteten Obeliskengräber, darunter das sog. Triclinium (eine Halle mit drei Räumen, vermutlich als Banketthalle genutzt).

Schon jetzt bekommst du einen kleinen Vorgeschmack darauf, wie beeindruckend es gleich noch werden wird. Also nichts wie weiter!

The Siq (die Schlucht) – Eingang in die Felsenstadt

Nach ca. 1,5 Kilometern erreichst du den Eingang der Schlucht (Siq), die dich auf einer Länge von ebenfalls gut 1 Kilometer in die Felsenstadt hineinführt. Die schmale Schlucht (der Siq = der Schacht) ist gekennzeichnet von meterhohen, imposanten Felswänden, die schon zur Zeit der Nabatäer den Zugang zu Petra bildeten – teilweise ist sogar noch das originale Straßenpflaster von damals vorhanden. Ebenfalls noch sichtbar sind auf beiden Seiten des Siq die Wasserkanäle entlang der Felswände, die für die Bewässerung von Petra sorgten – die Nabatäer gelten heute als Meister antiker Bewässerungssysteme.

The Siq Schlucht Petra Eingang

The Siq Schlucht Petra Eingang

Das Schatzhaus (the Treasury) Khazne al-Firaun

Am Ende des Siq eröffnet sich hinter einer letzten Windung schließlich der Blick auf Petras bekanntestes Bauwerk, das die jordanische Felsenstadt in der Wüste weltberühmt gemacht hat: das Schatzhaus. Die Treasury (Khazne al-Firaun oder Al Khazna) aus dem 1. Jahrhundert v. Chr. ist das Fotomotiv von Petra und mit Abstand eines der beeindruckendsten Bauwerke der Stadt. Die fast 40 Meter hohe Fassade des als Mausoleum genutzten Gebäudes ist reicht verziert mit korinthischen Friesen und Reliefs, besonders die riesige Urne sticht hervor. Einer Legende nach enthielt sie den Schatz des Pharao, was dem Schatzhaus letztlich seinen Namen beschert hat. Betreten kannst du es übrigens nicht.

Petra Jordanien Schatzhaus Khazne al Firaun

Felsenstadt Petra Jordanien

Und falls ich das schon einmal vorweg nehmen darf an dieser Stelle: Für mich ist das Khazne al-Firaun eines der beeindruckendsten Bauwerke, das ich je gesehen und erlebt habe. Die Energie an diesem Ort ist unbeschreiblich und kann, wenn überhaupt, nur ansatzweise mit der Energie verglichen werden, die ich an der Klagemauer in Jerusalem gespürt habe. Das Schatzhaus bzw. ganz Petra hat mich sprachlos gemacht.

Nimm dir aus diesem Grund unbedingt genügend Zeit dort und versuche den Ort ein wenig auf dich wirken zu lassen, auch wenn drumherum das Chaos herrscht (unzählige Kamele, Händler, gestresste Reisegruppen…das Schatzhaus ist nunmal der am stärksten frequentierte Spot in Petra).

Petra Jordanien Schatzhaus Khazne al Firaun

Felsenstadt Petra Jordanien Schatzhaus

Mein Tipp: Dem Chaos etwas entfliehen kannst du, wenn du dich von einem der selbsternannten Guides zu Petras schönstem Fotospot bringen lässt. Dieser liegt auf einer Anhöhe gegenüber des Schatzhauses und bietet den mit Abstand spektakulärsten Blick auf das beeindruckende Gebäude. Dort oben hörst du das Gewusel unter dir nur noch aus der Ferne und wenn du dir ein wenig Zeit nimmst, kannst du mit den Beduinen sogar einen Tee trinken. Nur den Fotospot solltest du vielleicht nicht zu lange blockieren, hinter dir wird sich wahrscheinlich eine Schlange bilden 😉

Von unten ist der View Point übrigens nicht einsehbar und du musst dafür entlang einer Felswand nach oben steigen. Für ca. 5-7 JD zeigt man dir den Weg. Handeln nicht vergessen! Am Anfang werden immer ca. 10 JD pro Person verlangt. Wir wurden bereits im Siq deswegen mehrfach angesprochen, aber lass dich auf keinen Fall stressen und mach alles in deinem Tempo.

Felsenstadt Petra Jordanien Schatzhaus

Die Fassadenstraße

Folgst du rechts vom Schatzhaus weiter dem Weg, gelangst du tiefer in die eigentliche Stadt Petra hinein (unvorstellbar, aber die Treasury liegt tatsächlich ganz am Anfang der Felsenstadt). Du befindest dich nun auf der Fassadenstraße. Der Name bezeichnet im Grunde eine Aneinanderreihung von Grabkammern, die zu beiden Seiten der Straße in die Felswände geschlagen wurden. Erreicht werden konnten sie über Treppenstufen, die heute teilweise noch erhalten sind. Wenn du genau hinschaust, erkennst du bei Grab Nr. 67 eine Besonderheit: Über dem Grab gibt es eine Höhle, die früher während der Bauphase wahrscheinlich zur Aufbewahrung von Werkzeugen genutzt wurde.

Links oberhalb von der Fassadenstraße liegt auf einem Hochplateau der sog. Hohe Opferplatz, den du per Aufstieg über eine steile Steintreppe erreichst. Wir hatten leider keine Zeit dafür (und es war auch deutlich zu heiß), aber die Aussicht dort oben soll gigantisch sein.

Felsenstadt Petra antikes Stadtzentrum Fassadenstrasse

Petra Jordanien Felsenstadt

Felsenstadt Petra Jordanien Tipps

Das Römische Theater

Neben der Treppe zum hohen Opferplatz befindet sich das Römische Theater aus dem 1. Jahrhundert. Obwohl der Name es vermuten lässt, wurde es nicht von den Römern gebaut, sondern wie alles andere in Petra ebenfalls von den Nabatäern. Sein Bau fällt zeitlich allerdings exakt in den Zeitabschnitt, in dem die typisch römischen Amphitheater Hochkonjunktur hatten (die Arena von Verona wurde z.B. 30 n. Chr. gebaut, das Kolosseum um 75 n.Chr.). Und so verwundert es nicht, dass es auch in Petra ein Amphitheater im römischen Stil gab. Allerdings mit einem Unterschied: Es ist weltweit das einzige Amphitheater, das vollständig aus dem Fels geschlagen wurde.

Ca. 4.000 bis 10.000 Zuschauer sollen früher darin Platz gefunden haben; seine genaue ursprüngliche Größe kann leider nur geschätzt werden, da es immer wieder erweitert und durch Naturgewalten teilweise wieder zerstört wurde. Das Römische Theater wurde übrigens erst 1961 bei Ausgrabungen entdeckt und freigelegt.

Petra Jordanien Amphitheater
Die Überreste des Römischen Theaters, an der Rückwand befinden sich Gräber

Die Gräber der Königswand

Folgst du weiter dem Hauptweg, entdeckst du auf der rechten Seite bald eine der eindrucksvollsten Sehenswürdigkeiten von Petra, die Königswand. Es handelt sich dabei um eine Felswand, in die insgesamt 13 gigantische Felsgräber geschlagen wurden. Aufgrund ihrer erhöhten Lage und der Größe der Grabtempel geht man davon aus, dass es sich dabei um Königsgräber gehandelt haben muss. Zu den am besten erhaltenen Gräbern gehören das Urnengrab, das Seidengrab, das korinthische Grab und das Palastgrab.

Petra Jordanien Königsgräber

Felsenstadt Petra Jordanien Tipps

Petra Jordanien Felsenstadt Urnengrab

Petra Jordanien Königsgräber

Über einen kurzen Aufstieg über die Treppen gelangst du nach oben zur Königswand. Vor dir befindet sich ein Hof mit Säulen, direkt dahinter das Urnengrab mit seiner großen Halle. Diese kannst du übrigens betreten. Folgst du danach weiter dem Weg, stößt du auf die anderen Gräber der Königswand, die nicht weniger beeindruckend sind. Um wieder nach unten auf den Hauptweg zu gelangen, gehst du einfach denselben Weg zurück.

Felsenstadt Petra Königswand

Felsenstadt Petra Jordanien

Königsgräber Königswand Petra

Säulenstraße & das ehemalige Stadtzentrum

Wieder unten angekommen macht die Straße an dieser Stelle übrigens eine Abbiegung und geht über in eine noch breitere Straße. Du befindest dich nun auf der früheren Hauptverkehrsache und im antiken Stadtzentrum der Felsenstadt Petra. Moment mal…das Stadtzentrum – jetzt erst?! Ja, jetzt erst. I told you, Petra ist riesig! Du hast bis zu diesem Punkt vom Visitor Center aus eine Distanz von ca. 4,5 Kilometern hinter dich gebracht (ohne Abstecher zum hohen Opferplatz oder den Königsgräbern).

Vor dir liegen entlang der Säulenstraße weitere Ruinen nabatäischer Bauten, z.B. das Nymphaeum (ein antiker öffentlicher Brunnen), die byzantinische Kirche (über einen Abstecher von der Hauptstraße zu erreichen) und der Große Tempel (ein 7.000 m² großer Tempelkomplex; eine der wichtigsten archäologischen Stätten im Zentrum der Felsenstadt).

Petra Jordanien Säulenstrasse

Petra Jordanien Säulenstrasse
Die sog. Säulenstraße: Antike Säulen schmücken den letzten Abschnitt des Hauptwegs durch Petra
Großer Tempel Felsenstadt Petra
Teile der Ruinen des Großen Tempels

Das Mädchenschloss Qasr al-Bint

Am Ende der Säulenstraße befindet sich das sog. Mädchenschloss Qasr al-Bint, das leicht erhöht auf einer Art Podest steht. Das knapp 25 Meter hohe Bauwerk aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. ist Petras einstiger Haupttempel und war wahrscheinlich den wichtigsten nabatäischen Göttern Dushara und Al-Uzza gewidmet. Du erreichst den Tempel über einen kurzen Treppenaufstieg.

Qasr Bint Firaun Mädchenschloss Petra Jordanien

Aufstieg zum Kloster Ad-Deir (the Monastery)

Falls du noch genug Energie und Zeit hast, kommt jetzt der wahrscheinlich körperlich herausforderndste Teil deines Besuchs in Petra: der Aufstieg zum Kloster Ad-Deir. Der ca. 47 Meter breite und 49 Meter hohe monumentale Felsentempel gehört zu den größten Bauwerken in Petra und übertrumpft das Schatzhaus Khazne al-Firaun noch einmal deutlich. Optisch ist die Fassade eindeutig an das etwas früher errichtete Schatzhaus angelehnt, so wird z.B. auch die Fassade von Ad-Deir dominiert von einer riesigen Urne. Im Inneren des imposanten Felsentempels befinden sich zwei Bänke und an der Gebäuderückseite ein Altar, in die Wände sind christliche Kreuze eingeritzt. Was es damit auf sich hat? Im Mittelalter wurde das Gebäude von Mönchen genutzt, daher stammt die heutige Bezeichnung Kloster. Es gilt nicht nur als eines der wichtigsten Denkmäler von Petra, sondern der gesamten nabatäischen Baukunst.

Du erreichst das Kloster Ad-Deir über einen schweißtreibenden Aufstieg von ca. einer Stunde. Hinter dem Mädchenschloss beginnen die Treppen, durch die imposante Felskulisse geht es stetig nach oben. Unterwegs passierst du eine weitere Sehenswürdigkeit, das Löwentriclinium (der Eingang wird von zwei in den Fels geschlagenen Löwen flankiert, daher der Name), und hast immer wieder Ausblicke auf die gigantische Kulisse der Felsenstadt und die umliegende Landschaft.

Mein Tipp: Tritt den Aufstieg zum Kloster an diesem Tag nur an, wenn du fit genug bist und noch genügend Zeit hast bis Einbruch der Dunkelheit. Für Ad-Deir musst du ca. 2-3 Stunden zusätzliche Zeit einplanen. Beachte außerdem, dass du bis zum Mädchenschloss schon ca. 5 Kilometer Fußmarsch (ohne Abstecher) in den Knochen hast und den ganzen Weg auch wieder zurück musst. Gerade im Sommer bei brütender Hitze ist das kein Spaß. An den Treppen Richtung Monastery wird man dir deswegen das Reiten auf Eseln bzw. Maultieren nach oben anbieten. Bitte nimm das nicht Anspruch. Die Treppenstufen sind teilweise recht glatt, das ist für die Tiere ein gefährlicher Balanceakt. Auch wenn es Lastentiere sind – man sieht den meisten an, dass es ihnen nicht gut geht. Sie sind unterernährt, bekommen nicht genügend Wasser und tragen viel zu schwer (mit 2-3 Leuten auf einem Esel kann man schließlich mehr Geld verdienen als nur mit einer Person, right?).

Felsenstadt Petra Jordanien Kamele

Die Alternative: Erwandere dir die Monastery am nächsten Tag aus der anderen Richtung. Es gibt eine Wanderung zum Kloster vom Hintereingang von Petra, diese dauert ca. 2 Stunden. Kaufe dir dazu zuerst am Visitor Center eine Eintrittskarte und nimm dann ein Taxi zum Hintereingang (ca. 20 JD, verhandeln nicht vergessen). Wahrscheinlich wird man dir das Ganze bereits anbieten bevor du überhaupt ein Ticket gekauft hast. Das Taxi bringt dich zum Start des Trails, nach knapp 2 Stunden erreichst du Ad-Deir. Starte am besten gleich früh morgens, dann bist du als erstes am Kloster und gehst danach einfach weiter durch Petra zurück bis zum Besucherzentrum.

Petra by Night

Wenn du die Wüstenstadt schon tagsüber wahnsinnig beeindruckend fandest, dann warte ab bis du sie bei Nacht gesehen hast. Jeden Montag, Mittwoch und Donnerstag öffnet Petra seine Tore nämlich auch am Abend für Petra by Night. Dabei findet vor der Kulisse des Schatzhauses im Schein tausender Kerzen eine einmalige Show statt.

Petra by Night ist leider nicht inkludiert im normalen Tagesticket, sondern muss extra gekauft werden. Der Eintritt liegt bei 17 JD und du kannst nur ein Ticket für Petra by Night kaufen, wenn du auch ein Tagesticket dazu kaufst. Los geht’s um 20:30 Uhr am Besucherzentrum, von dort laufen alle gemeinsam durch den von Kerzen gesäumten Siq bis zur Treasury. Mehr Infos findest du hier.

Petra by Night

Petra by Night

Wo übernachten? Hotels in Petra (Wadi Musa)

Wie bereits zu Beginn gesagt, empfehle ich dir für die Erkundung von Petra mind. zwei Tage, um dich nicht unnötig zu stressen und die einzigartige Atmosphäre in Ruhe aufnehmen zu können. Am besten übernachtest du 1-3 Nächte im Wadi Musa direkt angrenzend an die Felsenstadt. Es gibt eine ganze Reihe von Hotels und Unterkünften, die fußläufig vom Visitor Center entfernt liegen. So kannst du gleich früh morgens ohne lange Anreise losgehen und die noch menschenleere Zeit optimal nutzen, wenn du z.B. ausgiebig Foto- und Videoaufnahmen machen willst. Empfehlenswerte Unterkünfte sind:

Petra Guest House Hotel*: Absolute Premiumlage direkt an den Eingangstoren zu Petra. Wir haben dort in der Bar abends etwas getrunken, sehr zu empfehlen Hier Zimmer & Preise anschauen*

La Maison Hotel*: Ebenfalls nur ca. 2 Min. zu Fuß vom Besucherzentrum entfernt, optisch aber nicht ganz so schön und etwas in die Jahre gekommen. Dafür relativ günstig Hier Zimmer & Preise anschauen*

Nomads Hotel Petra*: Stylishes Hotel mit einer Kombi aus Hostel-Zimmern (Mehrbettzimmer) und normalen Doppelzimmern. Hübsch und modern eingerichtet, sehr günstig, dafür ca. 10-15 Min. Fußweg bis zum Besucherzentrum Hier Zimmer & Preise anschauen*

Weitere (Überlebens-)Tipps & Verhaltensregeln für Petra

  • Nimm genügend Proviant mit. Du bist den ganzen Tag unterwegs und die Versorgung in der Wüstenstadt ist eher rudimentär. Es gibt zwar Kioske/Händler mit Getränken, aber Restaurants gibt es nur zwei Stück. Du kannst dir sicher vorstellen, wie gut du dort nachmittags noch etwas zu essen bekommst nachdem um 12 Uhr mittags die Rentnerreisegruppen eingefallen sind
  • Die Toilettensituation ist ähnlich. Es gibt auf dem ganzen Gelände nur eine Handvoll Dixi Klos
  • An die Mädels: Falls du geplant hast dein Outfit für Fotos zu wechseln, dann darfst du das in der Öffentlichkeit tun. Auf den Toiletten geht das nicht ganz so gut (obviously)
  • Nimm dir beim Kauf der Eintrittskarte oder im Besucherzentrum eine Faltkarte mit. Sie wird dir später dabei helfen, dich in Petra zu orientieren
  • Bitte kaufe nichts bei Kindern und nimm auch keine Dienstleistungen von ihnen in Anspruch
  • Auch wenn die Mülleimersituation ebenfalls bescheiden ist, nimm deinen Müll mit und wirf ihn nicht einfach irgendwo hin
  • Petra ist eine archäologische Stätte mit laufenden Ausgrabungen, also betritt bitte keine abgesperrten Bereiche und nimm auch nichts mit
  • Solltest du sehen, dass ein Tier misshandelt wird, mach wenn möglich ein Video davon und melde es beim Besucherzentrum oder den Polizisten, die meist auf Pferden durch die Stadt patroullieren
  • Behalte deine Zeitplanung im Hinterkopf und plane den Tag so, dass du bis ca. 16 Uhr wieder zurück am Schatzhaus bzw. Visitor Center bist. Das Übernachten in Petra ist nicht gestattet, auch nicht aus Versehen

Petra Jordanien

Off the beaten path: Wanderwege in Petra

Falls du etwas mehr Zeit mitgebracht hast, kannst du in Petra auch wandern gehen. Für den ersten Tag empfehle ich dir auf jeden Fall die normale Route zu gehen, also den Main Trail mit allen Bauten und Sehenswürdigkeiten, die ich dir zuvor vorgestellt habe. Für den zweiten Tag kannst du eine alternative Route wählen, die landschaftlich nicht beeindruckender sein könnte: den High Place Trail.

Zwischen dem Römischen Theater und dem Mädchenschloss Qasr Bint Firaun gibt es nämlich anstatt des normalen Weges noch eine höher gelegene Route, die die beiden Monumente miteinander verbindet. Dazu steigst du am Römischen Theater die Treppen zum Hohen Opferplatz hinauf und folgst dann hier oben einfach weiter dem Weg. Unterwegs passierst du eine ganze Reihe von Ruinen (und bekommst spätestens jetzt einen Eindruck davon wiiiieeee groß Petra wirklich ist). Wer besonders fit ist, kann die Wanderung auch über die Back Route zur Monastery beginnen und dann anschließend den High Place Trail vom Mädchenschloss bis zum Hohen Opferplatz bzw. Römischen Theater nehmen (anstatt den Hauptweg unten). Falls du die Atmosphäre dieses einzigartigen Ortes in Ruhe genießen willst, ist das die perfekte Varianate für dich, denn hier oben wird dir kaum ein anderer Besucher begegnen.

Warst du schon einmal in Petra oder hast du noch weitere Tipps? Dann lass mir gerne einen Kommentar da 🙂

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5 comments
  1. Fantastischer Artikel! Die detaillierten Informationen und hilfreichen Tipps zur Felsenstadt Petra in Jordanien sind wirklich beeindruckend. Es ist faszinierend zu lesen, wie die Stadt aus dem roten Sandsteinfels herausgeschlagen wurde und ihre Geschichte bis ins 5. Jahrhundert v. Chr. zurückreicht. Die Tatsache, dass erst etwa 20% der antiken Stadt freigelegt wurden, lässt auf viele weitere Entdeckungen in der Zukunft hoffen. Danke für das Teilen dieser tollen Erfahrungen!

  2. Sehr interessant, vor allem, dass es noch so viel mehr zu sehen gibt als das klassische Motiv Treasury & dass die Distanzen so weitläufig sind. Daher würden wir wahrscheinlich direkt vor Ort übernachten, denn geführte Tagestouren sind nicht so unser Ding 😛 Danke für die ganzen Infos & liebe Grüße, Fee & Marcel

    1. Das haben wir tatsächlich auch so gemacht und vor Ort übernachtet. Ein Tag ist aus meiner Sicht wirklich ein bisschen zu kurz. Liebe Grüße 🙂

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