Margarethenschlucht Wanderung im Odenwald

Die Margarethenschlucht: Das Wasserfallspektakel im Odenwald

Ich weiß nicht wie es euch geht, aber mich zieht es normalerweise eher in ferne Länder, für die ich gefühlt (und manchmal auch tatsächlich) einmal um den halben Globus fliegen muss. Nun schreiben wir das Frühjahr 2020 und wir alle sind gezwungen, wieder mehr von den Dingen in der Natur zu entdecken, die vor der eigenen Haustüre liegen. Dass das manchmal gar nicht so schlecht sein muss, beweist die Margarethenschlucht im Odenwald sehr eindrücklich.

Ich hatte bis dato noch nie etwas von der Margarethenschlucht gehört und frage mich wirklich, wie ich so ein unglaubliches Naturspektakel quasi direkt vor meiner Nase verpassen konnte. Wieso sich eine Wanderung zur Margarethenschlucht lohnt und was euch dort erwartet, zeige ich euch heute.

Die Margarethenschlucht: 110 Meter Wasserfallkaskaden mitten im Odenwald

Die Margarethenschlucht (manchmal auch ‘Margaretenschlucht’ ohne h geschrieben) liegt in der Gemeinde Neckargerach im Odenwald zwischen Mosbach und Eberbach, eingebettet in die grandiose Landschaft des Neckartals. Dabei ist die Schlucht nicht einfach eine Schlucht, sondern sie beherbergt den höchsten Wasserfall des Odenwalds und einen der höchsten Deutschlands: Auf einer Gesamthöhe von 110 Metern stürzt der kleine Flursbach in mehreren Kaskaden die Schlucht nach unten, die höchste misst dabei an die 10m.

Margaretenschlucht im Odenwald

Und das Beste ist: Die Wanderung zur Margarethenschlucht führt euch nicht nur zur Schlucht, sondern auch durch die Schlucht. Japp – mittenrein in den Wasserfall und über die Kaskaden. Dabei ist die Wanderstrecke weder besonders anspruchsvoll noch besonders lang und aus meiner Sicht für jeden (auch Kinder) gut zu bewältigen, wenn man sich an ein paar Sicherheitsregeln hält.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Startpunkt: Bahnhof Neckargerach
  • Länge: 4,1 Kilometer (Rundwanderung)
  • Höhenmeter: 143 Meter
  • Dauer: 2-3 Stunden, je nachdem wieviel Zeit ihr euch lasst
  • Schwierigkeitsgrad: mittel

Hier seht ihr die Wegstrecke:

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Von Neckargerach zur Margarethenschlucht

Startpunkt der Wanderung ist der Bahnhof Neckargerach. Ihr könnt also entweder per Auto anreisen (einfach Bahnhof Neckargerach bei Google Maps in die Navigation eingeben) oder praktischerweise auch per Bahn. Am Bahnhof stehen genug kostenfreie Parkplätze zur Verfügung.

Dort ist der Weg zur Margarethenschlucht auch schon ausgeschildert. Es geht zunächst über eine Brücke auf die andere Seite des Bahnhofs, dann nach rechts und eine Weile vorbei an Wohnhäusern bevor der Weg schmaler und zum Feldweg wird.

Beginn des Wanderwegs zur Schlucht

Es dauert nicht lange bis wir den ersten Ausblick auf die fantastische Landschaft des Neckartals genießen können. Der Weg verläuft ohne große Steigung und es fühlt sich eher nach einem Spaziergang an als nach einer Wanderung – was mir Sportskanone (nicht…haha) gerade recht kommt. Nur wenige Minuten später stehen wir schon vor dem Eingang zur Schlucht, die sich laut Schild nur noch 800m entfernt befindet.

Neckaraussicht

Das Schild sagt uns auch, dass wir diesen Spaß hier auf eigene Gefahr machen, außerdem Rutschgefahr und generell gefährlich und so….das ist der Moment, in dem ich mit Blick auf meine Turnschuhe an den Füßen doch etwas Muffensausen bekomme. Aber ich kann es schonmal vorweg nehmen: es gibt keinen Grund zur Sorge. Mit ein wenig Grip an der Sohle und normaler Trittsicherheit ist die Margarethenschlucht problemlos machbar.

Wir gehen also weiter und schon nach wenigen Metern eröffnet sich uns ein erster Blick auf den Beginn bzw. einen ‘Seitenarm’ der Schlucht. Wir sind sofort hin und weg von dieser fantastischen Landschaft und ahnen nicht, dass die eigentliche Schlucht noch viel spektakulärer und beeindruckender ist.

Eingang zur Margarethenschlucht

Wandern in der Margarethenschlucht

Wandern in der Margarethenschlucht

Ab hier führt der Weg das erste Mal über das Wasser. Da der Flursbach bei unserem Besuch nicht sehr viel Wasser führt, ist das Überqueren ohne nasse Füße zu bekommen kein Problem. Es geht die Berghänge entlang auf einem schmalen Weg weiter nach oben, teilweise sind die Streckenabschnitte durch Drahtseile gesichert.

Wanderung Margarethenschlucht im Odenwald

Wasserfall in der Margarethenschlucht

Wasserfall in der Margarethenschlucht

Wasserfallkaskaden Margarethenschlucht

Wasserfallkaskaden Margarethenschlucht

Den richtigen Weg könnt ihr im Grunde nicht verpassen, denn es ist alles hervorragend ausgeschildert und gesichert. Ihr seid schneller mitten in der Schlucht als ihr gucken könnt und die Strecke führt euch quasi automatisch über die Wasserfallkaskaden nach oben durch die Margarethenschlucht. Dabei gewinnt ihr stetig an Höhe und überquert immer wieder den Flursbach.

Der Weg kann dabei insbesondere wenn es zuvor geregnet hat natürlich rutschig sein, testet die Steine und Holztritte im Wasser immer vorsichtig an bevor ihr drauftretet. Das klingt jetzt gefährlicher als es ist und ich gebe zu, es gab auch die ein oder andere Stelle, an der mir aufgrund der Höhe etwas flau im Magen wurde – aber mit gesundem Menschenverstand und halbwegs ordentlichen Schuhen ist das Ganze nicht mehr als ein ziemlich cooler, abenteuerlicher Spaziergang.

Wasserfall in der Margarethenschlucht

Wasserfall in der Margarethenschlucht

Wasserfall in der Margarethenschlucht

Margaretenschlucht im Odenwald

An dieser Stelle noch ein paar Infos für diejenigen, die es interessiert: Die Margarethenschlucht besteht aus dem für den Odenwald typischen Buntsandstein und ist bereits seit 1940 Naturschutzgebiet. Aufgrund des feuchten Klimas sind hier besonders viele Farngewächse heimisch und auch Feuersalamander flitzen wohl recht viele herum (das sagte zumindest ein Hinweisschild, gesehen habe ich aber leider keinen).

Und bevor ihr fragt: Ich habe keine Ahnung, ob man im Wasser baden kann. Für mich sah der kleine Bach sehr flach aus und die Strömung war nur gering, ich weiß nicht ob sich unterhalb der Kaskaden jeweils tiefere Becken befinden. In jedem Fall war das Wasser braun, der Flursbach sammelt eben unterwegs den Wald mit ein.

Nachdem wir die Margarethenschlucht durchquert haben und ihr Ende auf einer Anhöhe erreichen, führt uns die Strecke nun nach links auf einem Feldweg noch ein Stück weiter gemächlich nach oben bevor es wieder bergab Richtung Ausgangspunkt geht. Unterwegs treffen wir noch auf ein kleines Wildtiergehege, wo wir den letzten Fotostop des Tages einlegen, denn ab hier geht die Strecke relativ unspektakulär zurück durch den Wald bis wir wieder an der kleinen Schutzhütte am Eingang zur Schlucht herauskommen.

Aussicht auf Neckargerach

Praktische Tipps & Infos zur Wanderung

Parken & Startpunkt

Ausgangspunkt der Wanderung ist der Bahnhof Neckargerach, wo ihr auch kostenfrei parken könnt. Ab hier ist der Weg zur Margarethenschlucht gut ausgeschildert.

Ausrüstung & Kameraequipment

Für die Wanderung eignet sich normale Sport- oder Wanderbekleidung. Bei den Schuhen reicht meines Erachtens ein Paar Turnschuhe, deren Sohle relativ rutschfest ist. Ihr müsst in der Schlucht über einige feuchte und ggf. matschige Stellen, an denen ihr auf jeden Fall genug Halt braucht. Wenn euch Turnschuhe zu heikel sind, könnt ihr auch Wanderschuhe tragen. Ich habe diese Wanderschuhe* und kann sie sehr empfehlen.

Auf der kurzen Rundwanderung gibt es keine Toiletten und keine Einkehrmöglichkeiten, nehmt euch also genügend Wasser und Proviant mit.

Die Kamera sollte ebenfalls mit an Bord sein, denn die Margarethenschlucht ist wirklich eine wunderbare Fotokulisse. Ich fotografiere mit der Sony Alpha 6500*, eine leichte Systemkamera, und bin super zufrieden damit. Bekanntlich eignen sich Wasserfälle auch ganz hervorragend für Langzeitbelichtungen, dafür solltet ihr natürlich ein Stativ einpacken. Ein leichtes nicht zu teures Einsteigerstativ ist dieses hier*, ich selbst benutze schon seit einiger Zeit ein professionelleres Stativ*, das auch bei Wind und Wetter stabil steht (was in der Schlucht aber nicht nötig ist). Meine Langzeitbelichtungen hier sind übrigens ohne Stativ aus der Hand geschossen – der Bildstabilisator in der Sony Alpha 6500 hat das tatsächlich geschafft. Sagte ich schon, dass ich diese Kamera liebe? <3

Weitere Ausflugstipps für die Region

Ich habe es zu Beginn bereits erwähnt, ich bin selbst gerade erst dabei meine Heimatregion rund um den Odenwald, Spessart, Frankfurt usw. zu entdecken und nach und nach werden hier weitere Tipps dazukommen. Bis dahin gibt es von mir ein paar Buchempfehlungen für weitere Wanderungen und Ausflüge im Odenwald:

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Wasserfall in der Margarethenschlucht


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