Wer träumt nicht von der Karibik? Und wenn man schon einmal da ist, kann man auch gleich mehrere Inseln mitnehmen. Genau darum geht es in diesem Gastbeitrag, in dem dir Karibik-Experte Christian die schönsten Inselhüpfen-Routen in der Karibik vorstellt inkl. der Top 10 Highlights der gesamten Region, die du nicht verpassen solltest – darunter auch einige super spannende Geheimtipps. Zudem erfährst du auch, welche Inseln in der Karibik sich eher schlecht miteinander kombinieren lassen und warum die Reiseplanung für die Karibik schwieriger sein kann als man anfangs annehmen mag.
Das Besondere am Karibik Inselhopping
Die Karibik ist eine relativ heterogene Region. Viele denken, dass man bei einem Karibik Urlaub mal einfach, schnell & günstig von Insel zu Insel hüpfen und so mehrere Länder erkunden kann, doch weit gefehlt. Viele Inseln sind schwerer als gedacht miteinander zu kombinieren, da
- regelmäßige Fähren fehlen,
- Fluggesellschaften teuer & unzuverlässig sind oder
- die Inseln einfach gar nicht miteinander verbunden sind, da sie kulturell oder politisch nur wenig miteinander zu tun haben.
Aus diesem Grund erfordert ein Inselhüpfen in der Karibik eine sorgfältige Planung und vor allem eine Grundidee, welche Inseln sich leicht miteinander kombinieren lassen – und welche nicht.
Genau das erfährst du hier in diesem Artikel, denn ich, Gastautor Christian, habe 10 Jahre in der Karibik auf verschiedenen Inseln gelebt und während dieser Zeit nahezu alle Inseln der Region besucht. Manchmal einzeln, manchmal in Kombination mit anderen Inseln – ein echtes Inselhüpfen also.
(Inselhüpfen-)Regionen in der Karibik
Schauen wir zunächst erst einmal auf die verschiedenen Regionen in der Karibik, denn es handelt sich hier um einen Sub-Kontinent, der größer ist, als die meisten denken. So sind es von der Dominikanischen Republik nach Grenada zum Beispiel mehr als 1000 Kilometer, von den Bahamas nach Curacao 1800 Kilometer und von Kuba (Havanna) nach Barbados sogar mehr als 2500 Kilometer.
Dieser Abschnitt ist übrigens besonders wichtig, denn er hilft dir später, die richtigen Kombinationen beim Inselhüpfen herauszufinden.
Im Großen und Ganzen kann die Karibik in folgende Regionen unterschieden werden – hier einmal grob sortiert von Nord nach Süd:
- Lucayan-Archipel: Bahamas, Turks & Caicos-Inseln
- Große Antillen: Kuba, Dominikanische Republik, Puerto Rico, Jamaica, Cayman-Inseln
- Kleine Antillen – Inseln über dem Winde (Leeward Islands): US + British Virgin Islands, St. Maarten & umliegende Gebiete, St. Kitts & Nevis, Montserrat, Antigua & Barbuda, Guadeloupe
- Kleine Antillen – Inseln unter dem Winde (Windward Islands): Dominica, Martinique, St. Lucia, St. Vincent, Grenada, Barbados, Trinidad & Tobago
- Kleine Antillen – Antillen über dem Winde (Leeward Antilles): Curacao, Bonaire, Aruba + venezolanische Inseln (allen voran Isla Margarita)
In der Abbildung siehst du die grobe Aufteilung. Diese hilft dir schon einmal, um bei einem Inselhüpfen besonders große Distanzen zu vermeiden, denn es macht für einen regulären Karibik-Urlaub in der Regel keinen Sinn, von den Bahamas nach Antigua oder von Curacao nach Dominica zu fliegen. Im nächsten Abschnitt gehen wir gleich auf die empfehlenswertesten Kombinationen ein.
Hinzu kommen übrigens noch die Karibikinseln der lateinamerikanischen Staaten, zum Beispiel die Inseln von Belize, San Andres & Providencia (Kolumbien), Roatan & Utila (Honduras), die Corn Islands (Nicaragua) sowie Bocas del Toro & San Blas Inseln (Panama), die ich hier im Artikel jedoch nicht weiter betrachten werde, da sie sich im Wesentlichen von ihren jeweiligen Ländern am besten erreichen lassen.
Fähren in der Karibik
Für ein reibungsloses Inselhüpfen in der Karibik empfehlen sich in der Regel Fähren, da diese
- normalerweise günstiger sind als Flüge
- sie ein schöneres Urlaubserlebnis bieten (Landschaftsbilder, Wassererlebnis, etc.)
- weniger Vorbereitungszeit benötigen (kürzere Check-In Zeiten, keine oder kaum Sicherheitskontrolle, zentralere Lage der Häfen im Vergleich zu den Flughäfen)
- mit einer einfacheren Reiseplanung einhergehen (keine oder kaum Vorausbuchung notwendig).
Allerdings: Wie eingangs schon angedeutet, gibt es nicht allzu viele (internationale) Fähren in der Karibik. Hier ist eine Übersicht der aktuell verfügbaren und touristisch wichtigen Fähren in der Karibik:
- Dominikanische Republik – Puerto Rico
- Fähren innerhalb der Virgin Islands
- St. Maarten – Anguilla/St. Barth
- St. Maarten – Saba/St. Eustatius/St. Kitts
- Guadeloupe – Dominica – Martinique – St. Lucia
Zudem bieten Trinidad & Tobago, Grenada, St. Vincent & die Grenadinen, Puerto Rico, die Bahamas, die Turks & Caicos-Inseln, Antigua & Barbuda sowie Guadeloupe Fähren innerhalb der eigenen Länder an, mit denen man ebenfalls ein (nationales) Inselhüpfen in der Karibik gestalten kann. Ich persönlich finde als Alternative auch die kurzen Hüpfer mit den Propellermaschinen von Insel zu Insel sehr attraktiv, vor allem aufgrund der Ausblicke von oben auf die faszinierende Inselwelt. Die meisten Reisenden bevorzugen jedoch, wenn möglich, die Fähren, was auch dem Reisebudget gut tut. Denn auch wenn die Flüge oft nur 30 oder 45 Minuten dauern, sind sie mit 100 bis 200 Euro oneway nicht gerade günstig.
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Inselhüpfen-Kombinationen
Nun hast du schon einmal die wichtigsten Handwerks-Tools, um dir ein Inselhüpfen in der Karibik zusammenzustellen. Aus meiner Erfahrung heraus von über 10 Jahren in der Karibik, über 25 besuchten Inseln und tausenden von zusammengestellten Reisen (da ich vor Ort für verschiedene Reiseveranstalter gearbeitet habe), möchte ich dir nun die besten Inselhüpfen-Routen in der Karibik vorstellen – in der Regel ideal für ein Zeitbudget von 2 bis 3 Wochen, also einem regulären Karibikurlaub.
Inselhüpfen in der Karibik – Vorschlag 1: Guadeloupe – Dominica – Martinique
Das Inselhüpfen durch die so genannte französische Karibik, kombiniert mit der wilden Natur-Insel Dominica, ist eines der klassischsten und beliebtesten Inselhoppings in der Karibik. Dies hat im Wesentlichen dreierlei Gründe:
– die drei Inseln sind mehrmals pro Woche per Fähre verbunden
– Guadeloupe und Martinique als Start- bzw. Endpunkt sind einfach und mit häufigen Frequenzen via Paris zu erreichen
– die Inseln sind untereinander enorm abwechslungsreich
Besonders der letzte Punkt ist spannend, denn die Kontraste zwischen dem französischen Savoir-Vivre, dem wilden und unberührten Dominica, der guten Infrastruktur von Guadeloupe und Martinique (ideal für Erkundungen per Mietwagen) und den schönen Stränden von Guadeloupe und teils Martinique machen es zu einer idealen Kombination für einen abwechslungsreichen Karibik-Aufenthalt.


Inselhüpfen in der Karibik – Vorschlag 2: Aruba – Bonaire – Curacao
Von der französischen Karibik in die holländische Karibik – Aruba, Bonaire und Curacao sind die drei Vertreter im südlichsten Teil der Karibik. Sie locken vor allem mit
– fantastischen Stränden
– sehr guten Flugverbindungen ab allen KLM-Flughäfen in Deutschland (sowohl Aruba, Bonaire als auch Curacao sind mit Langstreckenflügen via Amsterdam angebunden)
– einer Lage außerhalb der Hurrikanzone, was besonders von Juli bis Oktober von Vorteil ist (offizielle Hurrikanzeit ist von Mai bis November)
Hinzu kommen sehr gute infrastrukturelle Voraussetzungen sowie ein breites Hotelangebot aller Kategorien. Kleines Manko: es gibt aktuell keine Fähre zwischen Aruba, Bonaire und Curacao, sodass hier lediglich ein Inselhüpfen per Flugzeug möglich ist. Allerdings gibt es nahezu dutzende Verbindungen täglich(!) zwischen den drei Inseln, sodass die Planung wirklich sehr einfach ist.
Die Inseln können beliebig miteinander kombiniert werden, wenngleich zu beachten ist, dass es aktuell keine (oder nur sehr unregelmäßige) Direktflüge zwischen Bonaire und Aruba gibt. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, Bonaire an den Anfang oder das Ende der Reise zu stellen.


Ich persönlich bin kein unmittelbarer Fan der ABC-Inseln, da sie mir zu trocken und zu europäisch entwickelt sind und mir somit das echte Karibik-Flair mit kleinen Dörfchen, dichter Vegetation und dem typischen Leben auf der Straße ein wenig fehlt. Für einen entspannten und relativ einfach zu planenden Strandurlaub mit schönen Schnorchel-, Tauch- und Strandbedingungen sind die ABC-Inseln aber ideal. Mach dir am besten selbst ein Bild davon, ob sie dir gefallen könnten:
Aruba: Die schönsten Strände, Top Highlights, Hotels & Tipps Curacao: Die besten Tipps & SehenswürdigkeitenInselhüpfen in der Karibik – Vorschlag 3: Grenada, St. Vincent & die Grenadinen
Wesentlich ursprünglicher und in meinen Augen paradiesischer geht es beim karibischen Inselhüpfen von Grenada nach St. Vincent zu. Vor allem die Grenadinen mit ihren mehr als zwei dutzend Inselchen, die wie eine Perlenkette aufgereiht im Ozean liegen, sind ein echter Karibiktraum, den man am besten entweder per Fähre oder sogar per Segelboot erkunden kann. Dieses Inselhüpfen bietet
– einige der besten Schnorchel-Spots der Karibik
– echtes Paradies-Feeling zwischen kleinen Inselchen, idyllischen Beach Bars und türkisblauem Wasser soweit das Auge reicht
– absolut authentisches Karibik-Feeling abseits großer Resorts & ausgetreten Touristen-Attraktionen
Ein besonderes Highlight ist ein mehrtägiger Segeltörn zwischen einigen der Grenadinen, den man bei Skippern direkt oder spezialisierten Reiseveranstaltern buchen kann. Gerade die Grenadinen gehören mit zum schönsten, was die Karibik zu bieten hat – vor allem die Tobago Cays sind ein Highlight für sich. Diese habe ich dir weiter unten in Rahmen meiner Top-Karibik-Highlights noch näher erläutert.

Ein kleiner Nachteil bei diesem Inselhüpfen sind die Flugverbindungen, denn St. Vincent besitzt keinerlei Direktflüge nach Europa. Dies bedeutet, dass man entweder einen separaten Flug nach Barbados oder Grenada (von wo aus die Langstreckenflüge starten) buchen oder über die USA fliegen muss. Benötigst du Hilfe bei der generellen Reiseplanung oder willst du die wirklich günstigsten Flüge in die Karibik finden, kannst du mich übrigens auch im Rahmen meiner persönlichen Reiseberatung kontaktieren.
Inselhüpfen in der Karibik – Vorschlag 4: St. Lucia & Barbados
Bleiben wir gleich bei Barbados, einem Karibik-Reiseziel, welches besonders für Einsteiger geeignet ist, da es über zahlreiche Flugverbindungen aus Europa und zudem eine gute touristische Infrastruktur verfügt. Barbados – etwas abgelegen als östlichste Insel der Karibik – verfügt über keinerlei Fährverbindungen, sodass ein Inselhüpfen von hier aus definitiv nur per Flugzeug machbar ist. Besonders St. Lucia bietet sich hierbei an, da
– Barbados & St. Lucia mindestens dreimal täglich per Direktflug miteinander verbunden sind
– die teils einzigartigen Unterkünfte St. Lucias* (Eco-Lodges & boutiquemäßige Komfort-/Luxusresorts) sich perfekt mit den größeren Strandresorts in Barbados ergänzen
– beide Inseln sehr gute Kontraste bieten: Barbados steht eher für westlichen Stil und lange Strände, St. Lucia bietet schroffe Berge und spannende tropische Landschaften mit kleinen und versteckten Buchten

Auch St. Lucia ist gut per Langstreckenflug zu erreichen, sodass man hier sehr gut einen Gabelflug buchen kann. Dieses Inselhüpfen ist eher für Reisende mit einem etwas höherem Reisebudget geeignet, da Barbados & St. Lucia zu den tendenziell teureren Inseln der östlichen Karibik zählen, vor allem in Bezug auf die Unterkünfte.
Inselhüpfen in der Karibik – Vorschlag 5: Trinidad, Tobago & Grenada
Wer günstiger unterwegs sein möchte, für den bietet sich eine Kombination aus Tobago, Trinidad und Grenada an. Auch hier gibt es einen spannenden Kontrast, denn während Tobago & Grenada klassische Karibikinseln sind, bietet Trinidad ganz besondere Highlights fernab von Strand und Meer: Asphaltsee, Hindu-Tempel, der größte Karibik-Karneval, Riesenschildkröten bei der Eiablage und die Beobachtung von feuerroten Scarlett-Ibissen im Caroni Bird Sanctuary – Trinidad hat enorm viel zu bieten. Einige dieser Highlights beschreibe ich dir weiter unten noch detaillierter im Bereich meiner Top-Empfehlung für deinen Karibik Urlaub.
Darüber hinaus lassen sich gerade Trinidad & Tobago besonders preiswert kombinieren, da es sowohl eine Fähre als auch von der Regierung subventionierte Flüge gibt: 30 USD pro Flug mit über 15 Verbindungen pro Tag sind die mit Abstand günstigsten Flüge in der Karibik.
Grenada wiederum ist eine Faszination für sich. Die kleine Karibikinsel ist die farbenfrohste aller Inseln mit einem starken Nationalstolz, spannenden Aktivitäten (Vulkansee, Dschungeltouren, Unterwasser-Museum, Schokoladenfarmen u.v.m.) und einem authentischen und kaum touristischen Erscheinungsbild. Zudem bietet Grenada mit dem Grand Anse Beach einen der schönsten und komplettesten Strände der Karibik – mehr dazu in den Karibik-Highlights weiter unten im Artikel.
Kurzum, das Inselhüpfen Trinidad, Tobago & Grenada überzeugt dank günstiger Inselflüge, Inseln voller Highlights und authentischen Eindrücken von touristisch nur bedingt entwickelten Inseln.
Inselhüpfen in der Karibik – Vorschlag 6: St. Maarten, Saba & St. Kitts und Nevis
Auch in der nördlichen Karibik möchte ich dir noch eine Inselhüpfen-Route vorstellen, welche von St. Maarten aus startet. Diese Insel ist mit Air France und KLM einfach aus Europa zu erreichen. Besonders macht dieses Inselhüpfen vor allem die Highlights, die alle drei Inseln zu bieten haben:
– St. Maarten mit dem berühmten Flugzeugstrand (Maho Beach) sowie der internen holländisch-französischen Grenze
– Saba, eine der kleinsten Inseln der Karibik mit einem ganz besonderen Dorf-Flair (und einer tollen Unterwasserwelt). Die Insel besteht eigentlich nur aus einem Vulkan und einer einzigen Straße
– St. Kitts & Nevis, die Doppelinsel mit schönen Stränden, einem spannenden Vulkan und einem ganz eigenen Flair
Die drei Inseln (bzw. vier, wenn man St. Kitts & Nevis als zwei Inseln zählt) können einfach und bequem per Fähre erreicht werden. Aviation-Fans sei jedoch der Flug von St. Maarten nach Saba empfohlen, der mangels ebener Fläche auf der extrem steilen Insel auf der kürzesten Landebahn der Welt landet, die gerade einmal 400 Meter lang ist.
Welche Karibikinseln nicht empfehlenswert für ein Inselhopping sind
Einige mögen sich jetzt die Frage stellen, warum es keine Empfehlung für ein Inselhüpfen mit Kuba, mit der Dominikanischen Republik oder mit Jamaika gibt. Die Antwort ist relativ einfach: Die Inseln sind (vor allem Kuba und Hispaniola/DomRep) zu groß und verdienen einen komplett eigenen Karibikurlaub ohne weitere Insel. Alleine die Dominikanische Republik kann man locker 3 bis 4 Wochen bereisen, ohne, dass einem langweilig wird. Zudem gibt es so viel Abwechslung und Vielfalt, sodass es auf anderen Inseln kaum etwas gibt, was es in der Dominikanischen Republik nicht gibt.
Genau aus diesen Gründen würde ich unbedingt von einem Inselhüpfen Dominikanische Republik & Kuba abraten. Für beide Länder sind im Prinzip schon 3 Wochen zu kurz. Teilt man einen regulären Karibik Urlaub auf beide Länder auf, würde man von beiden Staaten nur wenig erleben; ganz zu schweigen von den besonderen Vorbereitungen für einen Kuba Urlaub, welche sich für eine Woche kaum lohnen.

Die Cayman Islands liegen grob zwischen Jamaika und Kuba, sind aber logistisch ein wenig isoliert. Fährverbindungen gibt es nicht, kulturell verbindet die drei Inseln nur bedingt etwas, auch Flüge zu anderen Karibikinseln sind Mangelware. Es geht lediglich täglich nach Jamaika, einmal pro Woche mit Cayman Airways nach Havanna sowie mehrmals pro Woche mit British Airways auf die Bahamas. Aus diesem Grund bieten sich die Cayman Inseln eher in Kombination mit den USA an, denn es gibt von Grand Cayman Direktflüge zu rund 20(!) nordamerikanischen Flughäfen, die oft sogar wesentlich günstiger sind als die genannten Flüge zu den benachbarten Karibikstaaten.
Ähnlich sieht es für Jamaika aus. Zwar gibt es hier einige Flugverbindungen zwischen den drei großen Inseln der Großen Antillen, doch hier greift im Prinzip Ähnliches wie weiter oben bei Kuba & der Dominikanischen Republik beschrieben: Eine Kombination lohnt sich nicht wirklich, da die Inseln eigentlich zu groß sind. Während sich Jamaika zwar durchaus in 7-10 Tagen erkunden lässt, würde eine Kombination mit der Dominikanischen Republik beispielsweise bedeuten, dass nur noch wenig Zeit für dieses enorm große Land bleibt. Möchte man Jamaika mit einer anderen Karibikinsel kombinieren, würde ich allenfalls noch Antigua, Barbados oder St. Maarten vorschlagen. Oder eben die Cayman Inseln, wobei das dann ggf. flugtechnisch für die Langstrecke eine Herausforderung werden kann.

Meine Top-Highlights in der Karibik
Dies war ein ausführlicher Überblick zu möglichen Inselhüpfen-Varianten in der Karibik. Zugleich habe ich auch schon einige meiner Favoriteninseln mit dir geteilt. Damit du noch ein wenig besser entscheiden kannst, welche Inseln für dich am besten geeignet sind, möchte ich dir im Folgenden noch eine kleine Zusammenstellung meiner TopHighlights in der Karibik geben – gewissermaßen die schönsten Orte, Plätze und Regionen, die ich in mehr als 10 Jahren Karibik bisher besucht habe. Die folgende Auflistung ist keine Rangliste, vielmehr handelt es sich um die meiner Meinung nach schönsten und zum Teil einzigartigsten Reiseziele in der Karibik.
Tobago Cays (St. Vincent und die Grenadinen)
Die Tobago Cays sind das südliche Herz der Grenadinen. Eine Gruppe von fünf Inselchen befindet sich hier auf kleinstem Raum, alle umgeben von türkisblauem Wasser und schönsten Riffen zum Schnorcheln. Die Inseln sind unbewohnt und beherbergen im Prinzip nur 2-3 Beach Bars, wo Ausflügler, Tagestouristen und Yacht-Eigentümer zum Mittagssnack und dem einen oder anderen Rum Punsch einkehren. Erreichbar sind die Tobago Cays entweder per Tagesausflug von Grenadas Schwesterinsel Carriacou, per Fischerboot vom benachbarten Union Island oder während eines mehrtägigen Segeltörns von Grenada durch die Grenadinen nach St. Vincent. Es lässt sich demnach am besten im oben beschriebenen Grenadinen-Inselhüpfen einbauen.
Dominica
Dominica als ganzes Land soll hier stellvertretend stehen für die unglaubliche Naturvielfalt, die das kleine Land zu bieten hat: unzählige Wasserfälle, wilde Buchten, unberührte Riffe, dichte Dschungelwälder, einzigartige Wanderungen und noch vieles mehr. Interessant dabei: Dominica hat keine klassischen Karibikstrände, sondern lediglich schwarze Stein- und Vulkanstrände, weswegen die Insel auch der unberührteste aller Staaten der Kleinen Antillen ist. Die wilde Natur auf der komplett tropischen Insel trägt ihr übriges zum authentischen Image von Dominica bei. Nicht umsonst heißt sie auch „The Nature Island“, was zu 100% zutrifft.
Dominikanische Republik
Es gibt Dominica, es gibt aber auch die Dominikanische Republik – zwei Länder, die außer ihrem ähnlichen Namen nicht viel teilen. Während Dominica das am wenigsten besuchte Land in der Karibik ist, ist die Dominikanische Republik das am meisten besuchte. Kein Wunder bei hunderten All-Inclusive-Resorts, die vor allem die Gegend rund um Punta Cana bestimmen. Doch es gibt noch so viel mehr in der „DomRep“ zu sehen, was vielen Pauschaltouristen verborgen bleibt, denn das Land bietet einzigartige Sehenswürdigkeiten und Attraktionen, die locker für 3-4 Wochen vollgepackten Urlaub reichen. Von Wasserfällen über wirklich einsame Strände und einzigartige Eco-Lodges bis hin zu 3000 Meter hohen Bergen ist alles dabei.
Meine Top 3 in der Dominikanischen Republik (wobei es mindestens Top 10 oder Top 20 sein müssten):
- Insel Saona, die Paradiesinsel: ab Punta Cana erreichbar und dementsprechend überlaufen, dennoch wunderschön. Wer nicht zu den Massen will, übernachtet 1 Nacht in Mano Juan
- Salto de la Jalda: der höchste Wasserfall der Dominikanischen Republik und zugleich (wahrscheinlich) auch der Karibik – dennoch hat man den Wasserfall aufgrund der langen Wanderung nahezu immer für sich alleine
- Villa Pajón Eco-Lodge, Cordillera Central*: rustikale, aber gemütliche Hütten im Alpenstil auf 2100 Metern Höhe und damit die höchstgelegene Unterkunft der Karibik mit spektakulären Ausblicken. Kamin vorhanden (und oft notwendig!). Dennoch kann man in 3 Fahrstunden wieder an den schönsten Stränden der Karibik sein
Saba, ehemals Niederländische Antillen
Wie oben bei den Inselhüpfen-Kombinationen schon erwähnt ist Saba ganz besonders. Eine kleine Insel, die im Prinzip nur aus einem Vulkankegel besteht. Viel mehr als 4 Dörfer gibt es hier nicht, dafür ganz entspannte Atmosphäre, die eher an ein Dorffest bei tropischen Temperaturen erinnert als an Karibik unterm Sonnenschirm. Besonders spannend ist hier die Unterwasserwelt sowie die Wanderung auf den Mount Scenery.
Maho Beach (St. Maarten)
Der Maho Beach ist DER berühmte Flugzeugstrand auf St. Maarten. Direkt hinter dem Strand beginnt die Landebahn des großen Princess Juliana International Airport, wo auch die großen Langstreckenflugzeuge aus Paris und Amsterdam sowie vor allem am Mittag viele Mittelstreckenflugzeuge aus den USA landen, gerade zwischen 12 und 14 Uhr im Schnitt alle 10-15 Minuten (+ Kleinflugzeuge). Diese rauschen in einem beängstigend kleinen Abstand zum Strand über die Köpfe der Besucher hinweg, was tolle Fotomotive ermöglicht, auch wenn der Strand an Kreuzfahrttagen enorm überlaufen ist.
Antigua (Antigua und Barbuda)
Die Insel Antigua war bisher relativ selten hier erwähnt, im Wesentlichen, weil sich Inselhüpfen von hier aufgrund fehlender Fährverbindungen (lediglich sporadische Verbindungen nach Guadeloupe und Montserrat) und teurer Flüge (die günstigsten Verbindungen gibt es nach St. Kitts, Dominica und Barbados) nicht derart unkompliziert anbietet wie bei anderen Inseln. Zudem fehlt ein herausstechendes Highlight auf Antigua, dabei gibt es im Prinzip gleich 365 wunderschöne Plätze zu entdecken. Antigua ist die Karibikinsel schlechthin für Strände weswegen die Insel auch damit wirbt, 365 Strände zu haben – einen für jeden Tag. Zumindest aus meiner eigenen Erfahrung heraus kann ich die Strandqualität für Antigua absolut bestätigen.
Die Vielfalt Guadeloupes
Mit Guadeloupe möchte ich noch eine Insel an sich als Highlight vorstellen, denn hier hat mich besonders die Vielfalt beeindruckt. Meines Erachtens ist es die vielfältigste und zugleich dennoch schönste Insel der kleinen Antillen. Traumhaft weiße Strände auf der einen Seite der Insel, dichte tropische Vegetation mit spektakulären Wanderungen auf der anderen Seite der Insel. Dazwischen atemberaubende und menschenleere Wasserfälle, eine relative gute Infrastruktur, sehr gute Restaurants, ein wenig Frankreich-Flair bei tropischen Temperaturen, interessante Geschichten sowie immer mal wieder die eine oder andere Rum-Destillerie. Guadeloupe hat eigentlich alles, was das Karibik-Herz begehrt und ist zudem aus meinem persönlichen Empfinden heraus etwas authentischer und offener als die Schwesterinsel Martinique (die ebenso sehenswert ist).
Riesenschildkröten in Mt. Plaisir (Trinidad)
Ein ganz anderes Highlight gibt es auf Trinidad zu sehen. Hier im äußersten Nordosten der Insel kommen jedes Jahr zwischen Februar/März bis Juli/August die Riesenschildkröten an Land, um ihre Eier am Strand abzulegen. Und diese Tiere sind wirklich riesig – es ist nur schwer vorstellbar, bis man sie einmal im Sand ihre Löcher graben sieht. Bis zu zwei Meter lang und eine halbe Tonne schwer können sie werden, es ist wirklich spektakulär. Die Anfahrt ist mit knapp 3 Stunden ab Port of Spain etwas langwierig, dafür wartet in der zweiten Hälfte eine landschaftlich schöne Fahrt und eine enorm unberührte Gegend auf dich.
Asphaltsee, Pitch Lake (Trinidad)
Die Riesenschildkröten auf Trinidad sind einzigartig in der Karibik und genauso ist es der Asphaltsee auf der gleichen Insel, der Pitch Lake in La Brea. Es ist das größte natürliche Asphaltvorkommen der Welt, welches hier in Form eines Sees lagert, auf dem man sogar (idealerweise mit Guide) laufen kann. Auch der Pitch Lake erfordert eine etwas längere Autofahrt, lohnt sich aber als Kontrast zum gängigen Karibikstrand ungemein.
Karneval in der Karibik
Nicht nur Rio de Janeiro kann Karneval, auch die Karibik. Während der größte Karneval in Trinidads Hauptstadt Port of Spain stattfindet, hat nahezu jeder der anderen Staaten auch seinen eigenen Karneval. Oft nicht weniger spektakulär, dafür wesentlich persönlicher und mit einem ganz besonderen Insel-Vibe. Trinidads Karneval ist dem hingegen deutlich größer und mittlerweile auch kommerzieller. Hotels verdreifachen sich im Preis und gerade die Hauptstadt Port of Spain befindet sich in diesen Tagen im Ausnahmezustand. Die Termine auf den Inseln variieren. Während Trinidads Karneval im Februar stattfindet, ist Grenadas Karneval (mein Lieblings-Karneval) beispielsweise im August.
Grand Anse Beach
Mittlerweile habe ich über 200 Strände in der Karibik besucht und wahrscheinlich über 500 Strände weltweit – und es gibt nach wie vor keinen Strand, der so komplett und zugleich dennoch wunderschön ist wie der Grand Anse Beach auf Grenada (nicht zu verwechseln mit dem Grand Anse Beach auf La Digue, der zu den schönsten Stränden der Seychellen gehört). Dass er wunderschön ist, über perfekt feinen Sand und kaum Wellen verfügt sowie komplett von tropisch bewachsenen tiefgrünen Hügeln eingerahmt ist, ist die eine Seite. Hinzu kommt aber eine Top-Erreichbarkeit per Minibus und Mietwagen, kaum Besucheraufkommen (außer an Kreuzfahrttagen) und perfekte Sonnenuntergänge. Ebenso findet man am Grand Anse Beach ein paar nette Beach Bars, aber eben nicht zu viele und auch bezahlbare Unterkünfte gibt es in der Umgebung. Was will man mehr von einem Strand in der Karibik?

Ich hoffe, ich konnte dir mit meinem Karibik Inselhopping Guide ein wenig weiterhelfen. Falls du Fragen oder Anmerkungen hast, lass gerne einen Kommentar da oder melde dich direkt beim Karibik-Experten Christian.
Christian ist bereits seit 2011 in der Welt unterwegs. Seitdem hat er ca. 10 Jahre in der Karibik gelebt (Grenada und Dominikanische Republik) und ist nun seit ca. 5 Jahren komplett als digitaler Nomade auf Reisen. Christian hat ursprünglich in Deutschland Tourismus studiert und anschließend bei verschiedenen lokalen und individuellen Reiseveranstaltern weltweit gearbeitet. Mittlerweile sind über 100 bereiste Länder zusammengekommen, zu denen er bereits seit mehr als 15 Jahren regelmäßig auf seinem Reiseblog My Travelworld berichtet und dort auch professionelle Reiseberatung anbietet. Damit gehört Christian zu den etabliertesten und „berufs“ältesten deutschen Reisebloggern.
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