Die Stadt Nancy steht wahrscheinlich bei den wenigsten Menschen ganz oben auf der Frankreich-Reiseliste. Dort finden sich eher bekannte Metropolen wie Paris, Straßburg, Bordeaux oder Marseille. Dabei gehört die frühere Hauptstadt der Herzöge von Lothringen zu den architektonisch interessantesten Städten des Landes. Eines der bedeutendsten Jugendstil-Ensembles Europas, eine mittelalterliche Altstadt und ein UNESCO-Weltkulturerbe aus dem 18. Jahrhundert, das Nancy den Ruf eingebracht hat, eine Mini-Version von Paris zu sein, treffen hier auf engstem Raum aufeinander. Und dabei ist die Stadt auch noch richtig lebendig, denn Nancy ist eine der größten Universitätsstädte Frankreichs.
Kurz gesagt: Nancy ist unterschätzt. Und zwar massiv. In diesem Artikel erfährst du, was du unbedingt sehen musst, wo sich die schönsten Jugendstilbauten verstecken und warum die Stadt einen der bezauberndsten Plätze Europas beherbergt, von dem du eventuell noch nie etwas gehört hast.
Nancy: Tipps & praktische Infos
Bevor es los geht mit besten Highlights & Sehenswürdigkeiten, kommen hier erst einmal in aller Kürze die wichtigsten Tipps für deinen Nancy Städtetrip im Überblick:
Meine Top Highlights in Nancy
- Die Altstadt von Nancy erkunden und lecker essen auf der Grande Rue oder der Rue des Maréchaux
- Dem bunten Treiben auf dem Place Stanislas zuschauen
- Die Jugendstil Highlights von Nancy entdecken
- Der Infinity Mirror Room im Musée des Beaux-Arts
Karte mit allen Nancy Sehenswürdigkeiten im Überblick
Hier findest du alle Tipps & Sehenswürdigkeiten für Nancy praktisch in einer Google Maps Karte zusammengefasst. Speicher sie dir gern ab, dann hast du sie beim nächsten Mal gleich zur Hand.
Nancy Quick Tipps
Mit gut 100.000 Einwohnern gehört Nancy eher zu den kleineren Großstädten und eignet sich gut für einen Kurztrip von 2-3 Tagen. Gerade aufgrund der Nähe zur deutschen Grenze ist die Stadt perfekt für einen Wochenendtrip. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Museen liegen kompakt im Stadtzentrum und sind mit einer zentral gelegenen Unterkunft als Ausgangspunkt alle fußläufig erreichbar (nur das Jugendstilmuseum und die Villa Majorelle liegen etwas außerhalb der Altstadt). In Nancy sind sogar die sehr zentralen Hotels im Vergleich zu anderen Städten preislich recht vernünftig und dennoch hübsch, was der Tatsache geschuldet sein dürfte, dass Nancy wirklich noch ein kleiner Geheimtipp ist. Diese sind empfehlenswert:
Hotel De Guise Nancy Vieille Ville*: Sehr hübsch eingerichtetes Hotel in einem historischen Gebäude mitten im Altstadtzentrum in der Nähe der Grande Rue. Perfekte Ausgangslage zur Erkundung der Stadt – hier Zimmer & Preise anschauen* Hotel D’Haussonville*: Ebenfalls mitten in der Altstadt von Nancy gelegen mit vielen Bars, Restaurants und Sehenswürdigkeiten in der Nähe. Etwas teurer, dafür in einem traumhaften alten Herrenhaus aus dem 16. Jahrhundert – hier Zimmer & Preise anschauen* Hotel Littéraire Stendhal*: Geschmackvolles Literatur-Hotel in einem historischen Gebäude im Stadtzentrum in unmittelbarer Nähe zum Place Stanislas. Ein kleines Spa- und Wellnesscenter gehört auch mit dazu – hier Zimmer & Preise anschauen*Mein Tipp: Falls du in Nancy mind. 3-4 Attraktionen besuchen willst, lohnt sich der Nancy City Pass. Darin enthalten sind alle wichtigen Museen wie z.B. das Jugendstilmuseum, die Villa Majorelle, das Museum der Schönen Künste, außerdem der kleine Touristen-Bummelzug, die öffentlichen Verkehrsmittel sowie ein geführter Stadtrundgang. Der City Pass ist schon ab 25€ erhältlich.
Zum Nancy City Pass*Place Stanislas
Der Place Stanislas ist das Herzstück von Nancy und gilt als einer der schönsten Plätze Europas. Er ist fast quadratisch und von einem aufeinander abgestimmten Ensemble aus klassizistischen Gebäuden des 18. Jahrhunderts umgeben: dem Rathaus von Nancy (Hôtel de Ville), der lothringischen Oper (Opéra national de Lorraine), dem Grand Hôtel de la Reine und dem Musée des Beaux-Arts. Vergoldete schmiedeeiserne Gitter und Laternen des Nancyer Kunstschmieds Jean Lamour an allen vier Ecken sowie zwei Neptunbrunnen prägen das Bild des imposanten Platzes. In der Mitte befindet sich seit dem Jahr 1831 eine Statue von Stanislas, die dem Platz letztlich seinen Namen verlieh, bis dahin hieß er nämlich „Place Royale“.
Entstanden ist der Stanislas-Platz zwischen 1752 und 1755 auf Initiative von Stanislas Leszczyński, dem ehemaligen König von Polen und späteren Herzog von Lothringen. Er sollte die Altstadt von Nancy mit der um das 16. Jahrhundert entstandenen Neustadt verbinden und der bis dahin wenig schmucklosen Stadt einen repräsentativen Platz geben. Das ist gelungen: Vor allem dank der Prachtbauten rund um den Place Stanislas, die nach Pariser Vorbild entstanden, gilt Nancy heute als Mini-Version von Paris. Seit 1983 gehört er zusammen mit dem Place de la Carrière und dem Place d’Alliance zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Mir hat es dort unglaublich gut gefallen, deswegen mein Tipp: Gönn dir in einem der Cafés am Place Stanislas einen Aperitif (z.B. im Grand Café Foy, auch wenn der natürlich etwas teurer ist) und genieße einfach die einzigartige Kulisse. Im Sommer zwischen Mitte Juni und Mitte September gibt es abends sogar eine kostenlose Lichtshow auf den Fassaden der umliegenden Gebäude.


Musée des Beaux-Arts (Museum der Schönen Künste)
Das Musée des Beaux-Arts befindet sich direkt am Place Stanislas in einem der prachtvollen Gebäude und ist allein deswegen schon einen Besuch wert. Das Museum wurde 1793 gegründet und zählt damit zu den ältesten Museen Frankreichs. Schon beim Start deines Rundgangs gehst du über eine wunderschöne, kunstvoll geschwungene Rokoko-Prunktreppe in die Ausstellungsräume, wo Kunstwerke vom 14. bis ins 21. Jahrhundert auf Besucher warten, darunter Werke von Rubens (ja, der Rubens), Caravaggio, Delacroix und Perugino.




Besonders sehenswert ist auch die Dauerausstellung im Untergeschoss: Dort befinden sich zum einen die freigelegten Fundamente der mittelalterlichen Bastion d’Haussonville aus dem 15. Jahrhundert, zum anderen eine bedeutende Sammlung von Glasobjekten der École de Nancy, insbesondere Arbeiten von Émile Gallé und Louis Majorelle, die zu den prägendsten Künstlern des Jugendstils von Nancy gehörten.
Mein persönliches Highlight ist allerdings der Infinity Mirror Room „Fireflies on Water“ der Künstlerin Yayoi Kusama. Du kennst die berühmten Infinity Mirror Rooms vielleicht schon von anderen Ausstellungen oder von Social Media, im Gegensatz zu anderen Museen war hier allerdings vergleichsweise wenig los. Es gab kein Zeitlimit und auch keine Schlange.
Auch wenn du kein Museums-Fan bist, lohnt sich das Museum der Schönen Künste in Nancy sehr. Plane mind. 2-3 Stunden für deinen Besuch ein.
Preise: 10 € für Erwachsene, unter 26 Jahre kostenlos, am ersten Sonntag des Monats kostenlos
Mehr Infos: Zur Webseite
Place de la Carriere & Arc Héré
Im Norden des Place Stanislas befindet sich das prunkvollste Bauwerk von Nancy, der Arc Héré. Der Triumphbogen trägt den Namen seines Architekten Emmanuel Héré, der das komplette Ensemble des Place Stanislas gestaltet hat, und verbindet ihn mit dem angrenzenden Place de la Carrière.
Der Place de la Carrière selbst ist ein langer, von Baumreihen gesäumter Platz, der bereits im 16. Jahrhundert als Turnierplatz genutzt wurde. Der Platz ist umgeben von prächtigen Stadtpalästen aus derselben Zeit, am nördlichen Ende schließt der halbkreisförmige Ehrenhof des Palais du Gouvernement mit seinen imposanten Kolonnaden den Platz ab. Zusammen mit dem Stanislas-Platz und dem Place d’Alliance gehört er wie schon erwähnt zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Nancys historische Stadttore sind in diesem Bereich ebenfalls präsent: Die Porte Désilles, ein klassizistisches Stadttor und Triumphbogen aus dem 18. Jahrhundert liegt in der Nähe des Cours Léopold und gilt als ältestes Kriegsdenkmal Frankreichs. Wenn du die Altstadt weiter erkundest, stößt du auf weitere Tore aus unterschiedlichen Epochen, darunter das mittelalterliche Haupttor Porte de la Craffe im Norden der Altstadt, auf das ich weiter unten noch eingehe.

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Parc de la Pépinière
Vom Place de la Carrière geht es aber zunächst in den Parc de la Pépinière. Er liegt direkt neben dem Regierungspalast und ist die grüne Lunge von Nancy. Der weitläufige Park inmitten des Zentrums wurde im 18. Jahrhundert im Stile englischer Landschaftsparks angelegt und umfasst rund 21 Hektar. Er ist frei zugänglich und sowohl bei Einheimischen als auch Besuchern sehr beliebt. Bei Papageien übrigens auch, ich habe dort überall in den Baumwipfeln freilebende, kleine grüne Halsbandsittiche gesehen <3
Neben weitläufigen Grünflächen und altem Baumbestand gibt es ein paar Fahrgeschäfte, eine Brasserie und einen gepflegten Rosengarten, der natürlich im Hochsommer besonders hübsch ist. Was es ebenfalls gibt, ist -leider- ein kleines Tiergehege, in dem u.a. Pfauen auf meines Erachten viel zu engem Raum in Glasgehegen gehalten werden. Die Bilder davon erspare ich dir an dieser Stelle, die Vögel haben sich jedenfalls permanent gezankt. Es würde dem Park aus meiner Sicht keinen Abbruch tun, wenn es dieses Gehege nicht gäbe, im Gegenteil.
Ansonsten ist der Parc de la Pépinière aber wirklich sehenswert und bietet sich an für eine kleine Ruhepause während der Stadterkundung. Er gehört nicht ohne Grund zu den Top Sehenswürdigkeiten von Nancy und ist gerade im Frühling und Sommer ein absoluter Wohlfühlort.
Preise: Kostenlos
Die Altstadt von Nancy: Zwischen Saint-Epvre und Port de la Craffe
Die historische Altstadt von Nancy ist liegt unmittelbar nordwestlich des Place de la Carrière rund um die Grande Rue und die Rue des Maréchaux. Herzstück des ältesten Viertels der Stadt ist der kleine Place Saint-Epvre, dominiert von der neugotischen Basilika Saint-Epvre. Die Kirche wurde im 19. Jahrhundert auf den Überresten eines mittelalterlichen Vorgängerbaus errichtet, ihr Turm ragt beeindruckende 87 Meter in die Höhe. Bemerkenswert sind neben den schieren Ausmaßen der Basilika vor allem ihre aus Österreich stammenden großen Buntglasfenster. Leider kann man oft nicht mehr von ihr besichtigen als ihre Fassade, da sie aufgrund des umfangreichen Sanierungsbedarfs meist geschlossen ist. Aber versuch es bei deinem Besuch ruhig, eventuell hast du ja Glück und du kannst dir den Innenraum ansehen.

Ebenfalls in der Altstadt befindet sich der ehemalige lothringische Herzogspalast, heute Sitz des Musée Lorrain. Sein Torhaus gilt als Meisterwerk der Spätgotik mit ersten Einflüssen der italienischen Renaissance.
Hinweis: Das Musée Lorrain ist derzeit (2026) wegen Renovierung noch immer geschlossen.
Direkt nebenan kannst du allerdings die Église des Cordeliers (Minoritenkirche von Nancy) aus dem 15. Jahrhundert besichtigen, deren Kapelle die Grabstätten der Herzöge von Lothringen beherbergt. Sie gehört zum Musée Lorrain, der Eintritt ist kostenlos. Die Kuppel der Kapelle wurde nach dem Vorbild der Medici-Kapelle in Florenz gestaltet. Am nördlichen Ende der Grande Rue schließt die Porte de la Craffe die historische Altstadt ab. Das mächtige gotische Stadttor aus dem 14. Jahrhundert ist mit seinen zwei Rundtürmen eines der markantesten Bauwerke von Nancy und das älteste erhaltene Tor der Stadt. Noch bis ins 19. Jahrhundert wurde es als Gefängnis genutzt.

Mein Tipp: Falls du auf der Suche nach gutem, authentisch französischem Essen bist, dann ist die Altstadt von Nancy the place to be. Sowohl die Grande Rue als auch die Rue des Maréchaux sind gesäumt von zahlreichen Restaurants, Bars und Brasserien. Meine Empfehlungen findest du weiter unten im Artikel.

An dieser Stelle schonmal ein Spoiler: Wenn du Käse liebst, darfst du auf keinen Fall das Restaurant des Frères Marchand auf der Grande Rue verpassen. Man ist dort auf Käse spezialisiert und das Käsefondue ist absolut göttlich(!). Und ganz nebenbei gibts das Käsefondue auch noch als All you can eat, du kannst es dir also problemlos mit deiner Begleitung teilen und nach Belieben nachordern. Wenn das nicht nach Cheese Heaven klingt, weiß ich auch nicht…<3


Jugendstil-Schätze in Nancy
Nancy ist neben Paris das wichtigste Zentrum des französischen Jugendstils (frz. Art Nouveau). Nach dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 wurde das Gebiet Elsass-Lothringen Teil des Deutschen Reiches, weshalb viele Intellektuelle, Künstler und wohlhabende Bürger aus dem besetzten Elsass ins nahegelegene, französisch gebliebene Nancy flohen. Die Stadt erlebte einen enormen Bevölkerungsboom und verdoppelte ihre Einwohnerzahl zwischen 1871 und 1900 von ca. 50.000 auf 100.000. Glasgestalter, Möbeldesigner, Architekten und Kunsthandwerker gründeten zahlreiche Ateliers und Manufakturen. 1901 schlossen sich die führenden Vertreter des Jugendstils unter dem Namen École de Nancy (dt. Schule von Nancy) zusammen, deren historisches Erbe bis heute überall in der Stadt zu sehen ist.
Bei einem Jugendstil-Rundgang kannst du die wichtigsten Highlights entweder auf eigene Faust erkunden oder du schließt dich einer geführten Tour des Tourismusbüro von Nancy an. Der sog. Jugendstilpfad ist ca. 3,5 Kilometer lang und dauert ca. 2,5 Stunden. In den Boden eingelassene Ginkgoblätter weisen dir den Weg zu den wichtigsten Jugendstilbauten.
Mehr Infos zu den Jugendstil-RundgängenDiese Jugendstil-Schätze solltest du dir auf jeden Fall ansehen:
Villa Majorelle
Die Villa Majorelle in der Rue Louis Majorelle ist ohne Zweifel Nancys ikonischstes Jugendstilgebäude. Sie wurde 1901 als Wohnhaus des Möbeldesigners und Gründers der École de Nancy Louis Majorelle erbaut und bis zu seinem Tod von ihm bewohnt. Seit 1975 steht sie unter Denkmalschutz und dient heute als Museum. Die Inneneinrichtung ist weitestgehend im Original erhalten und bis ins Detail im typischen Jugendstil von Nancy durchgestaltet: Florale Motive wo das Auge hinsieht, große Buntglasfenster von Jacques Gruber und ein hölzernes Treppenhaus, das seinesgleichen sucht. Die Villa Majorelle ist nicht groß und der Besuch kurzweilig, dennoch ist sie eines der beeindruckendsten Relikte des Art Nouveau. Unbedingt anschauen!
Preise: 6 €, Ticket am besten vorab online reservieren, da sich aufgrund der begrenzten Besucherzahl besonders am Wochenende lange Schlangen bilden
Mehr Infos: Zur Webseite
Musée de l’École de Nancy
Nur einen Katzensprung entfernt von der Villa Majorelle liegt das Musée de l’École de Nancy. Es widmet sich vollständig dem speziellen Jugendstil von Nancy und zeigt wertvolle Unikate aus der Zeit um 1900: Möbel, Lampen, Vasen und Glasobjekte der verschiedenen Künstler der École de Nancy. Das Museum selbst befindet sich in einer prachtvollen Villa, aber auch der kleine Park bzw. Garten drumherum (der Park Corbin, benannt nach dem ehemaligen Besitzer des Anwesens Eugène Corbin), ist sehenswert. Du findest dort neben Pflanzen, die typisch für die damalige Zeit waren, auch mehrere Jugendstildenkmäler sowie eine kleine Outdoor-Foto-Ausstellung mit historischen Aufnahmen des Anwesens.

Preise: 7,50 €, Kombiticket mit der Villa Majorelle 9 €
Mehr Infos: Zur Webseite
Brasserie L‘Excelsior
Falls du Jugendstil nicht nur in Museen erleben willst, solltest unbedingt in der Brasserie L’Excelsior einkehren. Die Brasserie wurde 1911 eröffnet und ist bis heute vollständig im Originalzustand erhalten: Die Glasfenster stammen von Jacques Gruber, das Mobiliar von Louis Majorelle, die Lampen aus der Manufaktur Daum. Sie ist ein absolutes Paradebeispiel der Belle Epoque und ich persönlich finde es einigermaßen verrückt, dass so ein historisch wertvoller und einzigartiger Ort noch immer in Benutzung ist.


Auf der Karte stehen klassische französische Gerichte, Fisch und Meeresfrüchte; die Preise sind in Anbetracht der Location erstaunlich moderat. Möchtest du dort zum Lunch oder Dinner vorbeigehen, reserviere am besten vorab. Zum Frühstück ist keine Reservierung erforderlich.

Mein Geheimtipp: Ein weiteres Jugendstil Highlight findest du in der Rue Saint-Georges in der Crédit Lyonnais Bank. In ihrer Schalterhalle hängt ein rund 250 Quadratmeter großes Glasdach, das 1901 aus 264 Segmenten vom Glasmaler Jacques Gruber geschaffen wurde. Florale Muster und geschwungene Clematis-Linien machen es zu einem der eindrucksvollsten Jugendstilwerke der Stadt. Du kannst es kostenlos während der Öffnungszeiten der Bank besichtigen.
Die Kathedrale von Nancy
Die Cathédrale Notre Dame de l’Annonciation de Nancy liegt nur wenige Gehminuten vom Place Stanislas entfernt. Sie wurde Anfang des 18. Jahrhunderts erbaut und 1777 zur Kathedrale ernannt, seitdem ist sie Bischofssitz des Bistums Nancy. Im Vergleich zu den übrigen Sehenswürdigkeiten der Stadt fällt sie äußerlich eher zurückhaltend aus, aufgrund der engen Bebauung rundherum könnte man sie sogar fast übersehen.

Das Innere lohnt jedoch einen Blick: Besonders sehenswert sind die bemalte Kuppel sowie kunstvolle Schmiedeeisengitter von Jean Lamour, dem Handwerker, dem auch die vergoldeten Gitter am Place Stanislas zu verdanken sind. Bei meinem Besuch wurde die Kathedrale gerade großflächig restauriert, daher habe ich leider nur diese Fotos:
Preise: Kostenlos
Place d’ Alliance & Jardin Dominique Alexandre Godron
Der Place d’Alliance ist der dritte und kleinste der drei UNESCO-Welterbe-Plätze in Nancy. Er liegt ca. 150 Meter vom Place Stanislas entfernt und ist, umrahmt von alten Lindenbäumen, auf den ersten Blick so unauffällig, dass man ihn beinahe verpasst. Seinen Namen erhielt er 1756 zur Erinnerung an die Allianz zwischen Frankreich und dem Haus Habsburg-Lothringen. Angelegt wurde er auf dem ehemaligen Gemüsegarten der Herzöge von Lothringen, in seiner Mitte steht ein Barockbrunnen, der dieses Bündnis symbolisiert.
Gehst du noch ein Stück weiter nach Osten, kommst du zunächst zum Museum-Aquarium de Nancy. Das Naturkundemuseum zeigt u.ä. sowohl präparierte als auch lebende Tiere in Aquarien. Für Kinder oder als Schlechtwetteralternative sicher prima, ich habe mir den Besuch jedoch gespart. Mein Ziel war der angrenzende Jardin Dominique Alexandre Godron, ein kleiner botanischer Garten mitten in der Stadt. Falls dir der Parc de la Pépinière zu überlaufen ist – hier hast du mit großer Wahrscheinlichkeit deine Ruhe, denn der kleine Garten ist bei Touristen kaum bekannt.
Preise: Kostenlos
Kulinarische Highlights & Restaurant-Tipps für Nancy
Wie weiter oben angekündigt, gibt es an dieser Stelle noch ein paar kulinarische Tipps für Nancy. First things first: Da wir in Lothringen sind, musst du in Nancy natürlich unbedingt eine Quiche Lorraine essen, z.B. in der Brasserie L’Excelsior (Achtung: Die Quiche Lorraine gibt es erst ab nachmittags, nicht zum Frühstück). Eine weitere Spezialität in Nancy sind Bergamottenbonbons. Kauf diese am besten nicht in einem Touri-Shop, sondern in einer echten Confiserie, z.B. bei La Maison des Soeurs Macarons.
- Eine große Auswahl an guten Restaurants findest du in der Altstadt rund um die Grande Rue und die Rue des Maréchaux (auch als „Fressgasse“ bekannt, nicht zu verwechseln mit der Frankfurter Freßgass). Falls du Käse liebst, führt kein Weg am Käsefondue bei Les Frères Marchand vorbei. Ansonsten gehören das A la Table du Bon Roi Stanislas, das L’Arsenal und das Les Fils à Maman zu den besten Restaurants der Stadt
- Frische Lebensmittel gibt es auf dem Zentralmarkt von Nancy. Direkt nebenan befindet sich am Place Charles III die Kirche Saint-Sébastien, die ebenfalls einen Blick wert ist
- Falls dein Portemonnaie etwas schmaler ist und du Lust auf Italienisch hast: In der Italian Trattoria Nancy am Place Charles III gibt es leckere Pizza und italienische Desserts zu einem unschlagbaren Preis. Nicht vom Äußeren abschrecken lassen, der Laden sieht auf den ersten Blick aus wie eine Touristenfalle, ist aber gut und wird primär von Einheimischen besucht

Hast du noch mehr Tipps für Nancy in Frankreich, vielleicht sogar einen waschechten Geheimtipp? Dann lass mir gerne einen Kommentar dar 🙂
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