Gran Canaria ist für viele vor allem eins: Sonne, Strand und All Inclusive. Doch sobald du dich ein wenig von der Küste und den touristischen Zentren entfernst, zeigt die Kanareninsel eine ganz andere Seite von sich, die deutlich ursprünglicher, ruhiger und authentischer ist. Genau hier verstecken sich einige der schönsten Orte auf Gran Canaria, die du auf keinen Fall verpassen solltest.
Egal ob idyllische Bergdörfer, historische Altstädte oder malerische Fischerdörfer – auf Gran Canaria gibt es zahlreiche schöne Orte, die ihren Charakter bis heute bewahrt haben. Statt großer Hotelanlagen erwarten dich dort enge Gassen, alte Häuser und das ein oder andere versteckte Highlight abseits der üblichen Touristenpfade.
In diesem Artikel zeige ich dir meine persönlichen Lieblingsorte auf Gran Canaria – von bekannten Sehenswürdigkeiten wie Vegueta oder Teror bis hin zu kleineren, weniger bekannten Dörfern, die du vielleicht noch nicht auf dem Schirm hattest. Sie lassen sich alle im Rahmen eines Tagesausfluges besuchen, manche lassen sich auch zu einer Tagestour kombinieren. In einigen Orten lohnt es sich länger zu bleiben, weswegen du dafür jeweils Tipps für Unterkünfte dazu findest. Los gehts!
Teror
Einer der schönsten und historisch wichtigsten Orte auf Gran Canaria ist das Bergdorf Teror, nicht nur wegen der beeindruckenden Landschaft, von der es umgeben ist, sondern auch wegen seiner religiösen und kulturellen Bedeutung. Das Herz des Ortes ist die Basílica de Nuestra Señora del Pino, in der sich die gleichnamige Schutzpatronin der Insel befindet. Einmal jährlich verwandelt sich Teror aus diesem Grund in einen Wallfahrtsort, zu dem tausende Canarios und andere Gläubige pilgern, weshalb der Ort bis heute als das spirituelle Zentrum Gran Canarias gilt.
Architektonisch prägen vor allem die kanarischen Holzbalkone das Stadtbild. Entlang der Calle Real de la Plaza findest du einige der schönsten Beispiele traditioneller kanarischer Architektur. Viele Häuser stammen aus dem 17. und 18. Jahrhundert und sind hervorragend erhalten. In vielen davon befinden sich Läden mit teils hübschen Mitbringseln, in einigen der Bauten kannst du sogar übernachten.
Sonntags findet der Markt in Teror auf dem Plaza del Pino, dem großen Markplatz vor der Kirche, statt. Du bekommst dort u.a. regionale Produkte wie handgemachte Chorizo de Teror, Käse aus dem Inselinneren und süßes Gebäck. Da der Sonntagsmarkt in Teror einer der größten und bekanntesten Märkte der Insel ist, wird es dort schon früh sehr voll inkl. Verkehrschaos. Komm also möglichst früh! Der Markt ist von 9 – 15 Uhr geöffnet.
Falls du nicht unbedingt zum Sonntagsmarkt nach Teror willst, lege deinen Besuch auf einen anderen Tag. Es wird dort wirklich sehr voll sonntags. Bei uns war es so voll, dass wir nichtmal einen Parkplatz gefunden haben trotz sehr vieler Parkmöglichkeiten, weswegen wir montags nochmal wiedergekommen sind. Im Nachhinein die beste Entscheidung, denn so leer und entspannt (und damit so eine tolle Fotokulisse!) findet man die Stadt sonst nicht vor.
Tejeda
Tejeda liegt im Herzen Gran Canarias und gehört offiziell zu den schönsten Dörfern Spaniens (zu denen z.B. auch Zahara de la Sierra oder Setenil de las Bodegas in der Nähe von Sevilla gehören). Die Lage allein ist spektakulär: Das Dorf schmiegt sich an die Hänge der Caldera de Tejeda, mit direktem Blick auf den markanten Berg Roque Bentayga, der für die Ureinwohner der Insel eine zentrale religiöse Rolle spielte.
Historisch war Tejeda ein bedeutendes Siedlungsgebiet der Altkanarier. Heute erinnern archäologische Stätten in der Umgebung sowie einige kleine Museen, z.B. das Museo de Abraham Cárdenes oder das Museo Tipico Canario Tres Cruces, an die Geschichte der Region. Das Ortsbild ist geprägt von weiß getünchten Häusern, roten Ziegeldächern und schmalen Gassen – klassisch spanisch, aber gerade noch so, dass es nicht zu kitschig wirkt (aber wait for it…wenn du auf weiße Häuser, pastellfarbene Türen und bunte Blumenranken wie in Griechenland stehst, wirst du auf Gran Canaria definitiv auch fündig. Lies unbedingt weiter!).
Kulinarisch ist Tejeda bekannt für seine Mandelspezialitäten wie z.B. Bienmesabe oder der typische Mandelkuchen, deren Rezepturen oft innerhalb der Bäckerfamilien von Generation zu Generation weitergegeben werden. Schau unbedingt bei der Dulceria Nublo vorbei und probier dich dort durch die Auslage (der Mandelkuchen!), auch das Eis ist hervorragend.

Mein Tipp: Plane für Tejeda ca. einen halben Tag ein und verbinde deinen Besuch entweder mit einer Wanderung auf den Roque Bentayga (los gehts am Besucherzentrum am Fuß des Berges) oder einem Besuch der Aussichtsplattform Mirador de Cruz de Tejeda. Von dort hast du einen großartigen Blick über die spektakuläre Berglandschaft Gran Canarias, bei gutem Wetter kannst du sogar den Teide auf der Nachbarinsel Teneriffa erspähen. Auch das zugehörige Hotel Parador de Cruz de Tejeda* mit seinem kleinen, aber sensationellen Infinity Pool gehört für mich zu den Highlights der Insel.

Artenara
Nicht weit entfernt von Tejeda findest du Artenara, den höchstgelegenen Ort Gran Canarias und einer der ursprünglichsten. Das Dorf ist vor allem für seine Höhlenhäuser bekannt, die schon von den Ureinwohnern genutzt wurden. Noch heute leben Menschen in diesen in den Fels geschlagenen Behausungen; ein eindrucksvolles Beispiel für das angepasste Leben im rauen Inselinneren.
Ein zentraler Anlaufpunkt für Besucher ist das Museo Etnográfico Casas Cueva, das einen sehr anschaulichen Einblick in das frühere Alltagsleben bietet. Ebenfalls sehenswert ist die in den Fels gebaute Kapelle Ermita de la Cuevita, die einzigartig auf Gran Canaria ist. Landschaftlich liegt Artenara spektakulär am Rand der Caldera de Tejeda. Mehrere Aussichtspunkte, z.B. der Mirador de Unamuno oder der kleine Platz vor der Kirche San Matias mitten im historischen Zentrum von Artenara bieten einen grandiosen Ausblick über Schluchten und Bergketten. Wir hatten das Glück, zum Sonnenuntergang in Artenara zu landen und hätten es nicht schöner treffen können.


Agüimes
Agüimes im Osten von Gran Canaria besitzt eine der schönsten und am besten erhaltenen historischen Altstädte der Insel. Herzstück des vergleichsweise großen historischen Ortskerns ist der Plaza del Rosario mit der angrenzenden Pfarrkirche San Sebastian, deren Ursprünge bis ins 16. Jahrhundert zurückreichen. Beim Spaziergang durch Agüimes fallen sofort die bunten Fassaden, pastellfarbenen Holztüren, Skulpturen und vielen Details auf. Viele Kunstwerke erzählen die lokale Geschichten oder erinnern an historische Persönlichkeiten. Besonders bekannt ist die Bronzestatue eines Kamels, eine Anspielung auf die frühere Bedeutung der Tiere für Landwirtschaft und Transport.

Agüimes ist bewusst auf sanften Tourismus ausgerichtet und ist sowohl architektonisch als auch vom Vibe her ganz anders als die anderen Orte auf Gran Canaria. Es gibt kleine Museen, Cafés und Kunstgalerien, entspannte Bars und traditionelle Restaurants. Auch die großen Touristenströme wie man sie teilweise in den anderen Orten antrifft sucht man hier vergeblich, obwohl die Lage an der Ostseite der Insel und die Nähe zur Küste Agüimes zum perfekten Ziel für einen (Halb-)Tagesausflug machen. Mir hat die Stadt unglaublich gut gefallen.
Mein Tipp: Schau für einen Snack oder Kaffee im El Patio de Carmencita vorbei, das kleine Kunst-Café liegt von außen kaum einsehbar in einem ruhigen Innenhof. Für wirklich gute authentische kanarische Küche zu vernünftigen Preisen empfiehlt sich das Restaurant Atis Tirma. Ich habe dort fantastisch gegessen <3
Puerto de Mogán
Puerto de Mogán im Südwesten von Gran Canaria war ursprünglich einmal ein kleines Fischerdorf. Auch wenn der Ort heute touristisch geprägt ist, lassen sich seine historischen Strukturen noch gut erkennen. Rund um den Hafen findest du niedrige weiß getünchte Häuser, schmale Gassen und kleine Brücken, die dem Ort den Beinamen Little Venice bzw. Venedig von Gran Canaria eingebracht haben. Inwiefern ein paar kleine Kanäle und Brücken der großartigen Stadt Venedig bereits Konkurrenz machen, darf natürlich jeder selbst entscheiden. Feststeht jedoch, dass du in Puerto de Mogán eine malerische Kulisse vorfindest, die ohne Zweifel an die Kykladen in Griechenland oder auch an Ibiza erinnert.

Vom Hafen ausgehend lohnt es sich, noch ein wenig weiter in den historischen Ortskern hinein zu spazieren, denn hierhin verirren sich schon bedeutend weniger Touristen. Wenn du Lust hast, kannst du bis zum Aussichtspunkt Mirador de Puerto de Mogán aufsteigen, von dort aus hast du einen tollen Blick über den ganzen Ort inklusive Hafen. Da Puerto de Mogán auch einen Strand hat, kannst du entspannt einen ganzen Tag für deinen Besuch einplanen.
Oder du bleibst gleich mehrere Tage, denn sobald die Tagesausflügler und Reisebusse weg sind, wird es merklich ruhiger und man spürt den ursprünglichen Charakter des Hafenstädtchens. Auch als Ausgangspunkt für Ausflüge auf die Westseite der Insel oder in die Umgebung mit ihren vielen schönen Stränden ist Puerto de Mogán geeignet, so dass du hier gut einen Teil deines Urlaubs verbringen kannst.
Firgas
Firgas liegt im grünen Norden von Gran Canaria und wird oft als „Villa del Agua“ bezeichnet. Der Ort war aufgrund der nahegelegenen Wasserquellen historisch eng mit der Wasserversorgung der Insel verbunden, was sich bis heute nicht geändert hat. Überall auf Gran Canaria bekommst du das Agua Minerales de Firgas zu kaufen.
Bekannt ist Firgas aber vor allem für den Paseo de Canarias, eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Insel. Der terrassenförmige Wasserlauf bzw. Promenade wurde 1995 von mehreren spanischen Künstlern entworfen und zeigt in Form von Mosaiken sowohl die 21 Gemeinden von Gran Canaria als auch die anderen kanarischen Inseln.
Sehenswert in Firgas sind außerdem die Kirche San Roque sowie der Plaza de San Roque mit seiner Aussichtsplattform mit Ausblick Richtung Küste. Davon abgesehen ist Firgas eher beschaulich und so richtig zu tun gibt es im Ort nichts. Firgas lohnt sich daher vor allem als Zwischenstopp auf einer Nordrouten-Tour, z.B. in Kombi mit Arucas und Teror.
Tufia
Tufia ist eines der ältesten Fischerdörfer auf Gran Canaria und ein echtes Gegenstück zu den touristischen Küstenorten. Das winzige Dorf liegt direkt an einer geschützten Bucht und besteht nur aus wenigen weißen Häusern, die sich entlang des Hangs um den schwarzen Lavastrand gruppieren.
Schon die Ureinwohner der Insel siedelten hier, archäologische Funde belegen die lange Geschichte des Ortes. Heute wirkt Tufia wie eine Zeitkapsel: keine Hotels, kaum Infrastruktur, dafür absolute Ruhe und Authentizität. Eine Promenade, Restaurants oder Souvernirläden suchst du hier vergeblich. Und trotzdem (oder gerade deswegen) ist Tufia absolut sehenswert. Kaum ein anderer Ort auf Gran Canaria hat sich seine Ursprünglichkeit so bewahrt wie dieser. Für mich eines der schönsten Dörfer und ganz nebenbei auch noch ein ziemlicher Geheimtipp 🙂
Du kannst am schwarzen Sandstrand von Tufia baden, der Wellengang ist allerdings trotz der geschützen Lage nicht ohne. Badesachen und Verpflegung bitte selbst mitbringen, es gibt vor Ort wie gesagt kaum touristische Infrastruktur.
Vegueta (Las Palmas)
Streng genommen ist Vegueta kein eigenständiger Ort, sondern der älteste Stadtteil von Las Palmas de Gran Canaria. Er gilt als Geburtsort der Stadt und ist architektonisch das komplette Kontrastprogramm zu den jüngeren Teilen der Inselhauptstadt. Hier landeten 1478 die spanischen Eroberer, was Vegueta zu einem der historisch wichtigsten Orte der Insel macht. Das Viertel ist geprägt von kolonialer Architektur, alten Pflasterstraßen und bedeutenden Bauwerken wie der Kathedrale Santa Ana, dem Kolumbushaus und dem Museo Canario, das sich mit der Geschichte der Altkanarier beschäftigt.


Vegueta ist nicht nur historisch relevant und eine absolute Augenweide für Architekturbegeisterte, sondern auch sehr lebendig. Du findest an jeder Ecke Cafés, Bars und hübsche Läden, in denen sich z.B. im Gegensatz zur Touristenmeile am Playa de las Canteras auch wirklich Einheimische aufhalten. Der angrenzende Stadtteil Triana ist ebenfalls sehenswert und beherbergt einige spannende Museen sowie sehr schöne Kolonialarchitektur.
Agaete
Der kleine Ort Agaete liegt im Nordwesten Gran Canarias und unterscheidet sich stark vom Rest der Insel. Der historische Ortskern ist geprägt von weißen Würfelhäusern, bunten Türen und sattgrünen Palmen. Es erinnert ähnlich wie Puerto de Mogán zweifellos an die kykladische Architektur und so ist es kein Wunder, dass Agaete mein absoluter Favorit unter den vielen schönen Orten auf Gran Canaria ist.
Agaete liegt am Ende des fruchtbaren Valle de Agaete, das schon lange ein wichtiger Anbauort für allerlei Obst und Gemüse ist. Besonders bekannt ist das Tal vor allem für seinen Kaffeeanbau – eine Seltenheit in Europa. Kleine Fincas bieten Führungen an, bei denen du mehr über den traditionellen Anbau erfährst.
Zur Kaffeetour & Verkostung*In Agaete selbst lohnt sich ein Besuch der Iglesia de la Concepción sowie ein Spaziergang durch die malerischen ruhigen Gassen, in denen gefühlt hinter jeder Ecke ein neues Fotomotiv wartet.
Puerto de las Nieves
Nur wenige Minuten von Agaete entfernt liegt das kleine Küsten- und Fischerdorf Puerto de las Nieves. Es war lange Zeit der wichtigste Hafen im Nordwesten der Insel, hat darüber hinaus aber keine touristische Bedeutung gehabt. Das hat sich mittlerweile geändert und Puerto de las Nieves zählt zurecht zu den schönsten Orten auf Gran Canaria. Auch hier findest du wieder viele weiße Häuser eingebettet in eine Bucht, die von imposanten dunklen Felsen umgeben ist, eine hübsche Promenade mit vielen Fischrestaurants und einen großen Strand.
Auch wenn Puerto de las Nieves heute recht touristisch ist und zuverlässig von den Inseltour-Bussen angesteuert wird, hat sich das Örtchen dennoch seine Ursprünglichkeit bewahrt und wirkt an vielen Stellen ähnlich nostalgisch wie Tufia. Die meisten Besucher kommen am Vormittag hierher, essen in einem der Restaurants zu Mittag und verschwinden dann wieder. Eine Schande, denn gerade am Abend wenn die Sonne hinter den Klippen im Meer versinkt, ist Puerto de las Nieves wunderschön.
Arucas
Arucas liegt im Inselnorden und ist bekannt für eines der imposantesten Bauwerke Gran Canarias, die neugotische Kirche San Juan Bautista de Arucas. Obwohl sie aufgrund ihrer schieren Größe oft als Kathedrale bezeichnet wird und schon aus weiter Ferne zu sehen ist, ist sie offiziell eine Pfarrkirche. Sie befindet sich inmitten der engen Altstadtgassen, die gesäumt sind von kolonialen Häusern und kleinen Plätzen.
Arucas entwickelte sich durch den Zuckerrohranbau und später durch die Rumproduktion. Die Destilería Arehucas ist bis heute aktiv und ein wichtiger Teil der Stadtgeschichte. Falls du genug Zeit hast, plane unbedingt eine Besichtigung inkl. Rum Tasting in der Destillerie ein. Falls du noch mehr Zeit mitbringst, lohnt sich auch ein Besuch im botanischen Garten von Arucas, dem Jardin de la Marquesa (leider kostenpflichtig; falls du dich entscheiden musst, rate ich zum Rum Tasting, hehe).
Zur Destillerie-Tour & Verkostung*
Ansonsten fand ich Arucas wenig reizvoll, die Stadt gehört aus meiner Sicht leider nicht zu Gran Canarias Schönheiten. Sehenswert ist sie dennoch und in Kombination mit Firgas und Teror wird daraus eine prima Route für eine Tagestour.
Was ist dein Lieblingsort auf Gran Canaria? Kennst du vielleicht noch mehr hübsche Dörfer auf der Insel oder hast du einen besonderen Tipp? Dann lass mir gern einen Kommentar da! 🙂
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